Auktion französischer Anleihen

Frankreich refinanziert sich so günstig wie nie

06.09.2012
, 13:31
Frankreich kann sich günstig neues Geld am Kapitalmarkt besorgen.
Frankreich hat am Donnerstag bei einer Anleiheauktion so günstig Geld aufgenommen wie nie zuvor. Auch Spanien muss bei einer Auktion von Anleihen geringere Renditen bezahlen.
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Der französische Staat hat sich am Donnerstag so günstig wie noch nie seit der Einführung des Euro frisches Kapital besorgt. Bei einer Versteigerung zehnjähriger Anleihen mit Fälligkeit 2022 sank die zu zahlende Rendite von 2,53 Prozent, die bei einer vergleichbaren Auktion Anfang Juli erzielt wurde, auf aktuell 2,21 Prozent. Dies teilte die nationale Schuldenagentur „Agence France Tresor“ in Paris mit.

Inklusive zwei weiterer Anleihen mit Fälligkeit 2017 und 2027 nahm Frankreich knapp 8 Milliarden Euro auf. Die Nachfrage nach den Staatstiteln blieb hoch. Frankreich gehört im Euroraum nicht zu den Ländern mit den geringsten Finanzierungskosten. Dieses Feld, das von Deutschland angeführt wird, erstreckt sich auf Finnland, die Niederlande und Österreich. Frankreich liegt erst auf Platz fünf.

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Dennoch folgt die Rendite französischer Staatsanleihen für gewöhnlich der Entwicklung in Deutschland, da Frankreich als zweitgrößte Euro-Wirtschaft zu den sogenannten „Kernländern“ Europas zählt. Demgegenüber müssen Krisenländer wie Spanien und Italien den Investoren empfindlich höhere Zinsen bieten. Allerdings sind dort die Renditen mit der Aussicht auf massive Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) zuletzt stark gesunken.

Spanien nimmt 3,5 Milliarden Euro auf

Spanien hat sich am Donnerstag zu deutlich günstigeren Bedingungen als zuletzt am Anleihemarkt refinanziert. Insgesamt habe man 3,5 Milliarden Euro aufgenommen und damit das Maximalziel erreicht, teilte die spanische Schuldenagentur am Donnerstag in Madrid mit.

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Die Risikoaufschläge für die Anleihen mit einer Laufzeit bis 2014, 2015 und 2016 gingen im Vergleich zur jüngsten Auktion teils deutlich zurück. Die Aussicht auf ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Anleihemarkt habe sich positiv ausgewirkt, sagten Händler.

Renditen für spanische Anleihen gehen runter

So ging die Rendite bei der Anleihe mit einer c Ein Papier mit einer Laufzeit von drei Jahren wurde mit einer Rendite von 3,676 Prozent (Juli 5,086 Prozent) platziert. Für eine Anleihe mit einer Laufzeit von vier Jahren musste Spanien 4,603 Prozent zahlen, nachdem der Wert im August noch bei 5,971 Prozent gelegen hatte.

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Die Nachfrage ging im Vergleich zu den jüngsten Auktionen zwar etwas zurück, blieb aber robust. Der Rückgang der Renditen war zuletzt schon am Sekundärmarkt zu beobachten. Seitdem der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, erstmals Ende Juli ein Eingreifen am Anleihemarkt signalisierte hatte, gingen insbesondere die Renditen für kürzer laufende Papiere merklich zurück.

Draghi hatte Käufe in diesem Segment angekündigt. Nähere Details des Programms wird die EZB voraussichtlich an diesem Donnerstag auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Zinsentscheidung veröffentlichen.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX
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