Auktion Staatsanleihen

Italien leiht sich zu höheren Zinsen Geld

14.06.2012
, 13:32
Anleiheauktion bringt Geld in die italienische Staatskasse.
Der italienische Staat hat durch eine Anleiheauktion 4,5 Milliarden Euro eingenommen. Allerdings werden die Kredite für die Italiener immer teurer: Um bis 2015 Geld zu leihen, müssen sie den Anlegern 5,3 Prozent Zinsen zahlen.
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Italien hat am Donnerstag drei Anleihen plaziert. In Rom brachte die Auktion wie geplant 4,5 Milliarden Euro in die Staatskasse, wie aus Angaben der italienischen Schuldenagentur hervorgeht. Allerdings wird das Zinsniveau immer kritischer: Um bis 2015 Geld zu leihen, werden für Italien 5,3 Prozent Zinsen fällig. Bei der jüngsten vergleichbaren Versteigerung im Mai waren es noch 3,91 Prozent. Anleger, die Papiere mit Laufzeiten bis 2019 und 2020 zeichneten, verlangten sogar mehr als 6 Prozent.

Dennoch sorgte die Auktion an den Sekundärmärkten, wo umlaufende Titel gehandelt werden, zumindest kurzzeitig für leichte Entspannung: Die Renditen sanken im Anschluss an die Ergebnisse - von hohen Niveaus ausgehend - in allen Laufzeiten. An den Aktien- und Devisenmärkten hatte das Ereignis dagegen kaum Einfluss.

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Erleichterung trotz hoher Zinsen

Die Versteigerung war jedoch mit Spannung erwartet worden: Erstmals seitdem Spanien am Wochenende ankündigte, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen, trat Italien als Verkäufer am Anleihemarkt auf. Am Mittwoch hatte das Land bereits 6,5 Milliarden Euro zu deutlich gestiegenen Konditionen am Geldmarkt eingesammelt.

Händler zeigten sich trotz der hohen Zinsen erleichtert, dass zumindest die Nachfrage mehr als ausreichte, um die Anleihen bei Investoren unterzubringen. „Es wäre für die Märkte sehr enttäuschend, wenn der Spielraum nicht vollständig ausgeschöpft würde“, hatte auch die Commerzbank in einem Ausblick vor der Auktion gewarnt.

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Italien zunehmend im Fokus

Nach Spanien schießen sich die Finanzmärkte immer mehr auf Italien ein. Premierminister Mario Monti hat zwar mehrfach betont, dass sein Land trotz der gestiegenen Finanzierungskosten auch zukünftig kein Hilfspaket benötigen wird. „Wer allerdings die Schuldenkrise seit zweieinhalb Jahren verfolgt, weiß, dass solche Äußerungen eher ein untrügliches Zeichen dafür sind, dass genau das Gegenteil passieren wird“, sagt Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. „Unter dem Rettungsschirm wird es damit aber dann langsam eng.“

Sowohl Spanien als auch Italien haben immer größere Probleme, Geld zu erträglichen Bedingungen bei Investoren zu besorgen. Mit langfristigen Papieren trauen sich die Länder kaum noch an den Markt. Der Commerzbank zufolge ist weder Spanien noch Italien seit Juli 2011 im Laufzeitsegment ab 15 Jahren tätig geworden. „Wir befürchten, dass ein unglücklicher Jahrestag nicht vermieden werden kann“, schreiben die Analysten.

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Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX
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