Grenke-Anleihen

Alternative für Privatanleger

Von Martin Hock
22.03.2011
, 13:33
Lassen sich auch bei Grenke leasen
Derzeit müssen sich Privatanleger am Rentenmarkt vielfach auf Bank- und Mittelstandsanleihen beschränken. Nur wenige Emittenten begeben noch Papiere in kleiner Stückelung. Grenke Leasing ist eine nicht unattraktive Ausnahme.
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Es gibt derzeit wenig Interesse bei Emittenten aus der Industrie, sich mit Anleihen an Privatanleger zu wenden. Banken und Großinvestoren haben viel Geld unterzubringen, da lohnt es wenig, den für Emissionen mit niedrigen Mindestanlagesummen notwendigen Prospekt anzufertigen, nur um sich im Ernstfall dann mit zahlreichen Kleinanlegern herumschlagen zu müssen.

Das gilt vor allem für große Unternehmen mit entsprechendem Namen. So ist beispielsweise von der geplanten Emission des Nahrungsmittelkonzerns Südzucker im Volumen von 400 Millionen Euro ebenfalls zu erwarten, dass die Einstiegshürde bei 50.000 Euro liegen wird.

Ordentlich durch die Finanzkrise

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Privatanlegern mit etwas kleinerem Depot bleiben daher vor allem Bankanleihen, deren Ruf seit der Finanzkrise erheblich beschädigt ist, Mittelstandsanleihen, deren Qualität bisweilen schwer einzuschätzen sind und wenige Ausnahmen. Eine davon kommt vom Leasingunternehmen Grenke, das sich auf das Leasing von Geräten wie Notebooks, PCs und Peripheriegeräten, kleine Netzwerke, Software und vieles mehr mit Preisen von meist weniger als 25.000 Euro spezialisiert hat.

Bild: F.A.Z.

Grenke hat Anfang des Monats eine neue Anleihe begeben, die eine Laufzeit von 4 Jahren hat und mit 4 Prozent verzinst wird. Standard & Poor's (S&P) beurteilt die Kreditwürdigkeit des Unternehmens mit „BBB+“. Das ist ein recht ordentliches Rating im Bereich dessen, was gemeinhin als investmentwürdig gilt und nicht vergleichbar mit gleichlautenden Noten der europäischen Creditreform, die viele mittelständische Emittenten der jüngsten Zeit erhalten haben.

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Grenke hat sich in der Finanzkrise recht ordentlich geschlagen. Der Anteil der faulen Kredite stieg nur leicht und nur vorübergehend. 2010 fiel er gar wieder auf ein Fünf-Jahres-Tief. Die Profitabilität hinkt allerdings noch etwas hinterher, weil die Kosten der Kreditrisiken gestiegen sind und dies durch Neugeschäft nur teilweise aufgefangen werden konnte. So lagen die Erträge 2010 teilweise noch deutlich unter dem Niveau vor der Finanzkrise.

Grenke rechnet 2011 allerdings mit einem Rekordgewinn von 33 bis 36 Millionen Euro und auch S&P geht davon aus, dass sich trotz hoher, wenngleich bewältigbarer Kreditkosten die Margen im Jahresverlauf wieder steigen.

Abhängigkeiten in der Finanzierung

S&P sieht im Nischengeschäftsmodell von Grenke sowohl Chance als auch Risiko. Einerseits sei das Unternehmen gut positioniert, andererseits räche sich diese enge Fokussierung eben im zyklischen Abschwung.

Hauptfinanzierungsquelle von Grenke sind besicherte Anleihen, zum größeren Teil kurzfristige Papiere (Commerical Paper), wenngleich auch andere Quellen wie eine revolvierende Kreditlinie, Schuldscheindarlehen oder eben auch Anleihen genutzt werden. derzeit hat Grenke ein Volumen von rund 472 Millionen Euro ausstehen. 2014 wird mit 200 Millionen Euro der größte Teil davon fällig.

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S&P sieht einen Nachteil der Finanzierung in der Abhängigkeit vom Interbankengeschäft. Diese Quelle habe sich allerdings auch in der Krise als sehr robust erwiesen. Die Kapitalisierung sei solide. Die meisten einschlägigen Kennziffern zeigen in den vergangenen fünf Jahren eine beachtlich geringe Schwankungsfreudigkeit.

S&P erwartet hier auch keine qualitativ bedeutenden Änderungen. Letztlich ist das auch der ausschlaggebende Grund, warum die Analysten kein Potential für Heraufstufungen sehen. Haupthindernis sei das konzentrierte Geschäftsmodell und die Abhängigkeit vom Interbankengeschäft.

Anleihen mit kleinem Nachteil

Allerdings sieht S&P derzeit auch kein Abwärtspotential. Als Risiko gilt der Agentur indes die internationale Expansion. Diese hat zwar den Vorteil, dass Grenkes Abhängigkeit vom deutschen Markt sinkt, aber könne eine Verschlechterung der Erträge und Qualität der Vermögenswerte mit sich bringen.

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Wichtig ist auch die Zuverlässigkeit der Finanzierungsquellen. Eine deutliche Änderung in diesem Umfeld, ist auch das was Anleger ins Schwitzen bringen könnte. Doch hat Grenke selbst die Finanzkrise gut überstanden, und insofern scheinen die Gefahren derzeit eher gering.

Im Ernstfall jedoch müssen Anleger sich bewusst sein, dass ihre Anleihen unbesichert sind und damit gegenüber den besicherten Papieren im Nachteil. Das hat zur Folge, dass deren Rating auch nur bei „BBB“, eine Stufe unter dem Unternehmensrating liegt.

Attraktiver Renditeaufschlag

Vergleicht man die Rendite der Grenke-Anleihen mit denen von Industrieanleihen, so weisen diese um mindestens 50 Basispunkte höhere Renditen auf. Dies lässt sich als Konzession an das vergleichsweise geringe Volumen der Emissionen und die geringere Größe der Emittentin verstehen. Das höchste Renditeplus bietet dabei die 2013 fällige Anleihe.

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Höhere Renditen bei gleichem Rating bieten dagegen nachrangige Bank-Anleihen. Aber auch diese haben ihre Nachteile. Im Krisenfall dürften Gläubiger diesmal auf ihre Zinszahlungen verzichten müssen.

Die Restlaufzeit der Grenke-Anleihen scheint durchaus überschaubar und somit stellen sie durchaus eine Anlage-Alternative dar. An den Börsen werden sie durchaus auch gehandelt, so dass die Liquidität gewährleistet scheint.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Autorenporträt / Hock, Martin
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
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