Rentenmarkt

Absicherungsmöglichkeiten gegen steigende Renditen

13.10.2005
, 18:14
Inflationäre Sorgen bringen die Rentenmärkte nach Jahren des Höhenflugs immer mehr in die Defensive. Die Zeiten der leichten Renditen scheinen vorerst vorbei zu sein. Es gibt aber Möglichkeiten, sich gegen fallende Kurse abzusichern.
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Anleger unterscheiden sich in ihrer Risikoneigung. Genau das müssen sie auch wissen und ihr eigenes Profil kennen, wenn sie zu ihrem Anlageberater gehen, um Rat zu holen. Denn wie sollte er ihnen weiterhelfen können, wenn sie nicht wissen, ob sie für einen hohen Ertrag auch hohe Risiken eingehen möchten?

Anders geht es in der Regel nicht. Auch wenn es in den vergangenen Jahren so ausgesehen haben mag, als ob ein hoher Ertrag auch ohne Risiko möglich wäre, ganz nach dem Motto „wasch mir den Pelz, aber mache mich nicht naß“. Immerhin haben stockkonservative Rentenanlagen direkt oder indirekt in Form von Fonds zu interessanten Renditen geführt.

Langjähriger Trend fallender Renditen scheint auszulaufen

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Allerdings läßt sich diese Entwicklung vor allem durch das Umfeld erklären. Im Trend fallende Zinsen haben die Kurse der Rentenpapiere steigen lassen und zusammen mit den Kupons zu beachtlichen Renditen geführt. Allerdings scheint sich dieses Umfeld inzwischen verändert zu haben. Denn die Zinsen fallen nicht nur nicht mehr, sondern in weiten Teilen der Welt steigen sie sogar. Nicht umsonst hebt die amerikanische Zentralbank den Leitzins schon seit Monaten Schritt für Schritt an. Mit 3,75 Prozent liegt er inzwischen beinahe doppelt so hoch wie in Europa, Tendenz weiter steigend.

Bild: Bloomberg

Das ist aber nicht alles. Denn gingen noch vor wenigen Wochen deflationäre Ängste um im Markt und hielten die Renditen von Papieren mit mittlerer und längerer Laufzeit auf einem erstaunlich tiefen Niveau, so scheint sich hier langsam aber sicher die Wahrnehmung zu ändern.. Inzwischen greifen immer mehr Inflationssorgen um sich. Denn die in den vergangenen Monaten deutliche gestiegenen Rohstoffkosten schlagen sich immer mehr auf die Unternehmen und auch auf die Konsumenten durch.

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Aus diesem Grund gibt sich nicht nur die amerikanische Zentralbank entschlossen, zunehmende Inflationserwartungen mit steigenden Leitzinsen zu bekämpfen. Sondern auch die Europäische Zentralbank äußerte sich in den vergangenen Tagen relativ entschlossen und deutete mehr oder wenige durch die Blume eine Zinserhöhung an. Zinssenkungsphantasien jedenfalls sind trotz des eher verhaltenen Wirtschaftswachstums in Euroland weitgehend verflogen.

Bund-Future befindet sich in der Defensive - Aufwärtstrend gefährdet

So dürfte es kaum verwundern, daß der Bund-Future als Leitkontrakt für europäische Anleihen mit einer längeren Laufzeit in den vergangenen Tagen deutlich unter Druck geraten ist. Seit einem Zwischenhoch bei 124,01 Prozent am 22. September hat der Kontrakt inzwischen immerhin etwas mehr als zwei Prozent verloren. Der kurzfristige Trend zeigt weiterhin nach unten. Mit einem Minus von 47 Stellen im Endloskontrakt am Donnerstag auf 121,39 Prozent kommt inzwischen nicht nur der im Juni des vergangenen Jahres etablierte mittelfristige Aufwärtstrend in Reichweite, sondern gleichzeitig auch die 200-Tagelinie, die bei 121,14 Prozent verläuft. Sollten sie in einem anhaltend „inflationären“ Umfeld nach unten durchbrochen werden, könnte es zumindest aus technischer Sicht zu weiteren Kursverlusten kommen.

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Das sind keine sonderlich guten Nachrichten für die deutschen Anleger, die nach wie vor stark in Rentenpapiere investieren. Denn künftig dürfte nicht nur die Performance von Rentenmarktprodukten zu wünschen übrig lassen, sondern wer die Papiere oder die Anteile an Rentenfonds nicht bis zum Verfall halten möchte, muß zwischenzeitlich auch mit Kursverlusten rechnen.

Es gibt Absicherungsmöglichkeiten

Wie bei vielen anderen Anlagen auch gibt es Absicherungsmöglichkeiten, die man insbesondere dann in Betracht ziehen kann, sobald es einmal zu einer deutlicheren Gegenbewegung wieder nach oben kommen sollte. So kann ein Anleger beispielsweise den Bund-Future verkaufen, um auf diese Weise an fallenden Kursen oder steigenden Renditen zu verdienen. Wem dies zu kompliziert ist, kann aber auch Verkaufsscheine oder so genannte „Short-Zertifikate“ auf den Bund-Future erwerben.

Bei Scheinen gibt es zum Beispiel einen Put auf den Bund-Future von der UBS mit einem Strike von 122,41 Prozent und einer Restlaufzeit von sechs Wochen mit der Isin CH0021697856. Bis in den März läuft ein Put von der Dresdner Bank mit einem Strike von 123 Prozent und der Isin DE000DR5EY20. Das Angebot an Short-Zertifikaten ist vielfältig, wobei der Anleger bei Hebelpapieren vor allem auf die geschickte Wahl der Stop-Loss-Marken achten sollte. Denn bei einer zwischenzeitlichen Gegenbewegung nach oben kann er sonst rasch „ausgeknockt“ werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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