Stille Beteiligungen

Insolvenzverwalter hält Anlagen der Göttinger Gruppe für verloren

16.08.2007
, 14:36
Göttinger Gruppe: Anleger zahlen womöglich noch drauf
Verdächtig ruhig bleibe es im Fall der Insolvenz der Göttinger Gruppe, stellt die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger fest. Inhaber von atypischen stillen Beteiligungen aber sollten jetzt handeln - denn es könnte ihnen ansonsten ein böses Erwachen bevorstehen.
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Der Insolvenzverwalter für den Finanzkonzern Göttinger Gruppe, Rolf Rattunde, sieht kaum Chancen für Anleger, wieder an ihr Geld heranzukommen. Er gehe davon aus, „dass die gesamten Anlagen der Göttinger Gruppe in Höhe von gut einer Milliarde Euro vollständig verloren sind“, teilte der Rechtsanwalt am Donnerstag in Berlin mit.

Dort hatte vor dem Amtsgericht Charlottenburg zuvor die erste Gläubigerversammlung stattgefunden. Von der Pleite sind wahrscheinlich mehr als 250.000 Anleger betroffen. Das Gericht hatte im Juni das Insolvenzverfahren gegen die Finanzholding der Göttinger Gruppe und zwei andere Gesellschaften des Konzerns mit Sitz in Berlin eröffnet.

Möglicherweise noch Steuernachforderungen

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An der Gläubigerversammlung für die Holding am Donnerstag nahmen nach Angaben Rattundes 44 Personen teil, die Forderungen von rund 70 Millionen Euro und einige tausend Investoren vertreten hätten.

Der Insolvenzverwalter wies darauf hin, dass die Anleger auch noch mit Steuernachforderungen rechnen müssten. Das Steuersparmodell der Göttinger Gruppe habe vor allem auf stillen Einlagen basiert. In der Vergangenheit hätten Anleger so Verluste abschreiben können, jetzt aber sei es den Finanzämtern möglich, Steuerersparnisse zurückzufordern. In Verhandlungen mit dem zuständigen Finanzamt Göttingen bemühe er sich, „zusätzliche Schäden für die Anleger nach Möglichkeit zu mildern“.

Die Göttinger Gruppe hatte in den vergangenen Jahren im großen Stil so genannte atypische stille Beteiligungen als Altersvorsorge angeboten. Den Anlegern brachte ihr Engagement allerdings häufig nur Verluste.

Mitbegründer gegen Kaution auf freiem Fuß

Der Mitbegründer des Konzerns, Erwin Zacharias, wurde Mitte Juli in den Niederlanden verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert, weil er eine Geldauflage von 400.000 Euro aus einem privaten Steuerstrafverfahren nicht bezahlt hatte. In dem Verfahren wurde er im Juni 2005 zu 16 Monaten Haft verurteilt, die gegen die Auflage zur Bewährung ausgesetzt wurden. Nachdem er zu einem Anhörungstermin über die Zahlung der 400.000 Euro nicht erschienen war, erließ das Amtsgericht Göttingen im Juni 2006 schließlich gegen ihn Haftbefehl.

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Gegen eine Kaution in sechsstelliger Höhe wurde er inzwischen aus der Haftanstalt Göttingen entlassen, wie ein Justizsprecher am Donnerstag sagte. Nach Angaben des Gerichtssprechers darf Zacharias die Bundesrepublik nicht verlassen und muss sich der Justiz zur Verfügung halten. Der frühere Vorstandsvorsitzende der Securenta AG hatte sein letztes Aufsichtsratsmandat bei der Göttinger Gruppe Ende 2001 niedergelegt. Die Securenta AG ist die Hauptgesellschaft des Konzerns. Bei den Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Juni gegen Verantwortliche der Gruppe einleitete, zählt er nicht zu dem Beschuldigten.

Quelle: FAZ.NET
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