Unternehmensanleihen

Telenor-Anleihen machen einen soliden Eindruck

06.05.2011
, 18:32
Der norwegische Telekomkonzern Telenor kann mit guten Quartalszahlen, staatlicher Unterstützung und einer vergleichsweise geringen Verschuldung aufwarten. Zusammen mit den dennoch bestehenden Renditeaufschlägen spricht das für die Anleihen des Unternehmens.
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Die Suche nach interessanten Unternehmensanleihen ist zuletzt zusehends schwierig geworden. Denn es sind kaum noch Titel zu finden, bei denen Risiko und Rendite in einem gesunden Verhältnis stehen. Eine Alternative in diesem Umfeld stellen allerdings die Anleihen von Telenor dar. Richtig reich werden Zinssparer im aktuell gültigen Niedrigzinsumfeld zwar natürlich auch nicht, aber immerhin werfen die Titel eine relativ hohe Rendite ab, bei überschaubaren Risiken.

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Die Risikoeinschätzung der Analysten mit Blick auf den norwegischen Telekommunikationsnetzbetreiber hat sich mit Vorlage der in dieser Woche veröffentlichten Geschäftszahlen sogar noch etwas verbessert. Denn die Ergebnisse der Gesellschaft, deren Wurzel bis in das Jahr 1855 zurückreichen, wurden allgemein als solide bezeichnet.

Überzeugender Quartalsausweis

Konkret stieg der Umsatz im ersten Quartal 2011 von 22,33 Milliarden auf 24,09 Milliarden norwegische Kronen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) belief sich auf 7,4 Milliarden Kronen nach 7,06 Milliarden Kronen im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte operative Ergebnis betrug 3,65 Milliarden Kronen nach 3,19 Milliarden Kronen). Und beim Periodenergebnis blieben 3,0 Milliarden Kronen hängen. Damit konnte das Vorjahresquartalsergebnis von 1,14 Milliarden Kronen deutlich übertroffen werden.

Bild: WGZ Bank

Der Ergebnissprung war zwar auch auf den Wegfall von belastenden Sonderfaktoren zurückzuführen, aber das Zahlenwerk belegt auch, dass sich die verstärkte Ausrichtung des weltweit siebtgrößten Mobilfunkkonzerns und führenden nordeuropäischen Telekomanbieter auf wachstumsstärkere Regionen in Asien (Indien, Bangladesh) und Europa (Ukraine, Ungarn, Russland) lohnt

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Für das Gesamtjahr stellte der Vorstand zudem ein Umsatzwachstum von etwas mehr als fünf Prozent und eine Ebitda-Marge von etwa 31 Prozent (im ersten Quartal 30,5 Prozent) in Aussicht. Basierend auf den insgesamt als solide bezeichneten Finanzzahlen passte LBBW-Analystin Bettina Deuscher ihre Einstufung der Kreditqualität des Schuldners von „abschwächend“ auf „stabil“ an. Positiv hebt sie außerdem hervor, dass der jahrelange Rechtsstreit um Telenors Beteiligungen in der Ukraine (Kyivstar) und Russland (Vimpelcom) mit der russischen Alfa Group, welche an beiden Unternehmen ebenfalls Beteiligungen hält, seit Ende vergangenen Jahres beigelegt werden konnte. Damit falle die Belastung aus mangelnder strategischen Einflussnahme und Steuerung der wichtigen Auslandsengagements weg.

Verschuldung ist zuletzt wieder gesunken

Ein Fortschritt speziell aus Sicht der Gläubiger ist auch die in den ersten drei Monaten um 4,2 Milliarden auf 15,1 Milliarden Kronen gesenkte Netto-Finanzverschuldung. Die Nettoverschuldung zum Ebitda ist dadurch von zuletzt 0,7x auf 0,5x gesunken. Auch deshalb hat Anfang April S&P den negativen Ausblick auf das A- Rating von Telenor entfernt und auf stabil angehoben.

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Das Ratinghaus begründete diesen Schritt laut WGZ-Bank mit dem starken Kreditprofil der Norweger sowie der Ankündigung des Managements weiterhin an der konservativen Finanzpolitik festhalten zu wollen. Da die aktuelle Bonitätsnote durch die positive Entwicklung der Kreditkennziffern gut abgesichert sei, könnte der Konzern nach Ansicht der Agentur sogar eine größere fremdfinanzierte Übernahme tätigen, ohne das Rating direkt zu gefährden. Auch die regulatorischen Probleme bei der Markteinführung in Indien sowie die möglichen Ausgaben für die Kapitalerhöhung bei Vimpelcom sollten zu keiner nachhaltigen Belastung der Bonitätseinschätzung führen.

Zu einem positiven Urteil kommt auch WGZ-Bank-Analyst Sascha Blum: „Vor dem Hintergrund der im Vergleich zu den Wettbewerbern geringen Verschuldung, des Nicht-Engagements in den europäischen Peripherie-Staaten sowie der Unterstützung des norwegischen Staates, der 54 Prozent des Aktienkapitals hält, bietet der Emittent im Sektor unverändert ein interessantes Chance-Risiko-Profil. Daher halten wir an unserer Kauf-Empfehlung für Telenor-Bonds fest. Von den ausstehenden Anleihen favorisieren wir aktuell die Telenor 05/17 mit der Isin XS0301954771.“

Beim aktuellen Kurs von 105,42 Prozent wirft dieser bis zum 29. Mai 2017 laufende und einem Kupon von 4,875 Prozent ausgestattete Titel eine Rendite von 3,994 Prozent ab. Angesichts der Absicherung durch den reichen norwegischen Staat erscheint das als lukrativ.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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