Hessisches Traditionshaus

Bankhaus Metzler wächst mit Pensionsgeschäft um fast 40 Prozent

Von Markus Frühauf
24.05.2022
, 16:15
Metzler-Vorstand Emmerich Müller bleibt zuversichtlich.
Die Frankfurter Privatbank blickt trotz Zinswende und Rezessionssorgen entspannt nach vorne. Das Geschäftsjahr 2021 übertraf die Erwartungen.
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Premiere in Frankfurt: Das seit dem Jahr 1674 ununterbrochen im Familienbesitz befindliche Bankhaus Metzler hat am Dienstag seine erste Jahrespressekonferenz als Aktiengesellschaft abgehalten. Auf die schon vor mehr als einem Jahr angekündigte Verschmelzung der Holding auf das Bankhaus Metzler und den zur Jahresmitte 2021 vollzogenen Rechtsformwechsel ging Vorstand Emmerich Müller aber nur kurz ein. Er begründete den Schritt mit den stetig wachsenden regulatorischen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen sowie den geringeren Kosten.

Ansonsten wirkte er sehr entspannt, wenn es darum ging, wie die Privatbank in dem schwieriger werdenden Marktumfeld aufgestellt ist. Auch wenn es Müller mied, die Aussichten für das laufende Jahr angesichts der geopolitischen und konjunkturellen Unsicherheiten sowie der Inflationsthematik zu prognostizieren, zeigte er sich mit der Neugeschäftsentwicklung in den ersten drei Monaten zufrieden. Stagflationäre Tendenzen in der Weltwirtschaft und eine starke wirtschaftliche Abkühlung in Europa betrachtet er als mögliche Szenarien. Bislang seien die Märkte im Vergleich zum Corona-Crash im März 2020 noch verhältnismäßig stabil geblieben.

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Müller befürchtet aufgrund der Struktur des Geschäftsmodells keine Kreditausfälle. Die Risiken seien mit Blick auf die Zinswende weitestgehend rausgenommen worden. Trotz der unsicheren Rahmenbedingungen zeigte sich Müller für das Bankhaus Metzler davon überzeugt, das Geschäft weiter erfolgreich betreiben zu können. „Zuversicht gibt uns unsere fokussierte Geschäftsstrategie, die familiengeführte Eigentümerstruktur und damit unsere Unabhängigkeit sowie die überaus starke Kapitalbasis der Bank“, sagte er und verwies darauf, dass das Haus kein aktives Einlagen- und Kreditgeschäft betreibe: „Und das bewährt sich auch jetzt.“

Größter überbetrieblicher Pensionsfonds

Im vergangenen Jahr hat Metzler die Bilanzsumme um fast 40 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro ausgeweitet. Grund dafür war im Wesentlichen die Zunahmen der Treuhandpositionen im erfolgreichen Geschäft der betrieblichen Altersversorgung. Diese erhöhten sich von 4,2 Milliarden auf 6,3 Milliarden Euro. Damit wuchs der vor acht Jahren gegründete Metzler Pensionsfonds im Jahr 2021 zum größten überbetrieblichen Pensionsfonds in Deutschland. Das Bankhaus betreute Ende 2021 mehr als 270 Unternehmen mit gut 100.000 Versorgungsverhältnissen. Müller blickte sehr zufrieden auf das Geschäftsjahr 2021 zurück. Es habe die Erwartungen deutlich übertroffen. Die Konjunktur habe sich trotz der Lieferkettenproblematik spürbar erholt.

Seinen Worten zufolge konnten alle vier Geschäftsbereiche – Asset Management, Capital Markets, Corporate Finance und Private Banking – sehr erfreuliche Zuwachsraten verzeichnen. Das Provisionsergebnis erhöhte sich von 187 Millionen auf 193 Millionen Euro, während das Zinsergebnis mit 9 Millionen Euro auf dem Vorjahresniveau blieb. Die Risikovorsorge als das Ergebnis aus den Wertpapierbeständen der Liquiditätsreserve, des Kreditgeschäfts sowie den Veränderungen der versteuerten Reserven (§§340f und §§340g HGB) belief sich auf 15 Millionen Euro.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Frühauf, Markus
Markus Frühauf
Redakteur in der Wirtschaft.
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