Benzinpreise

In der Reisewelle wird der Sprit richtig teuer

Von Christian Siedenbiedel
02.08.2021
, 12:53
Benzinpreise
Die Benzinpreise erreichen neue Jahreshöchststände. Besonders auffällig ist es an der Autobahn.
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Wer dieser Tage in den Urlaub fährt oder zurückkommt, kann an der Tankstelle oftmals ziemlich viel zahlen. Mehr als 1,50 Euro je Liter Super ist längst Standard. Oftmals zahlt man aber auch schon mehr als 1,60 Euro je Liter. Und an manchen Autobahntankstellen auch schon mal 1,80 Euro, zumindest für die höherpreisigen Kraftstoffe.

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Der Autoklub ADAC teilte am Montag mit, im Juli habe sich Kraftstoff durchschnittlich wieder kräftig verteuert. Vor allem für Benzin müssen die Autofahrer jetzt deutlich mehr bezahlen als noch vor einigen Wochen. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostete ein Liter Super E10 im Juli im Schnitt 1,547 Euro – das sind vier Cent mehr als im Juni. Damit war Benzin letztmals im Juli 2014 teurer als im Juli 2021. Der Preis für Diesel-Kraftstoff kletterte im Schnitt um 2,6 Cent auf 1,389 Euro je Liter. Teurer war Diesel zuletzt im November 2018 mit 1,431 Euro.

Jahreshöchststand Ende Juli

Der teuerste Tag zum Tanken war bei Benzin der 31. Juli. Der Preis von 1,563 Euro je Liter markierte gleichzeitig auch einen neuen Jahreshöchststand bei Super E10. Auf ein neues Jahreshoch stieg auch der Dieselpreis: Am 18. Juli kostete ein Liter 1,398 Euro. Am günstigsten war Tanken im Juli am Monatsersten: Ein Liter Super E10 kostete am 1. Juli im Tagesmittel 1,529 Euro, ein Liter Diesel 1,373 Euro.

In den ersten Augusttagen ist der Preisanstieg tendenziell weitergegangen, wie Zahlen des Internetportals Clever Tanken zeigen. In mehreren Großstädten liegt inzwischen auch der Durchschnittspreis für einen Liter Super über 1,60 Euro. Das erinnert an den teuren Tank-Herbst 2018, als Niedrigwasser auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen die Spritpreise zusätzlich hochtrieb.

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Laut ADAC ist der abermalige Anstieg der Kraftstoffpreise jetzt im Juli unter anderem auf höhere Rohölnotierungen zurückzuführen gewesen. Aber auch der immer stärkere Reiseverkehr und die dadurch größere Nachfrage nach Kraftstoffen dürften laut ADAC den Preisanstieg im Juli mit befördert haben.

Starke Auswirkungen auf die Inflation

Für den Anstieg der Lebenshaltungskosten im Juli in Deutschland waren die Preise für Kraftstoff und Energie der wichtigste Preistreiber. Die Inflationsrate erhöhte sich in dem Monat sprunghaft auf 3,8 Prozent. Dabei kamen verschiedene Faktoren zusammen. Insbesondere der Rohölpreis ist deutlich höher als vor einem Jahr. Zudem wurde zum Jahresbeginn ein CO2-Preis für den Klimaschutz eingeführt, der Benzin und Heizöl zusätzlich verteuert hat.

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Außerdem werden seit Juli Preise in Deutschland mit der höheren Mehrwertsteuer aus diesem Jahr mit solchen mit der abgesenkten Steuer aus dem vorigen Jahr verglichen. Auch das treibt die Energiepreise und die Inflation im Jahresvergleich.

Quelle: FAZ.NET
Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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