Mehr Bezahlkonten

N26 will den Massenmarkt erobern

Von Franz Nestler
Aktualisiert am 24.11.2020
 - 09:53
N26 will richtig profitabel werden.
Die Berliner Smartphone-Bank N26 will mehr Kunden zur Nutzung bezahlter Kontomodelle bewegen. Mit einem neuen Einstiegsangebot will man den Massenmarkt erobern.

Die Handybank N26 möchte mehr Premiumkunden – und strukturiert dafür ihre Kontomodelle neu. Aktuell sind über alle Märkte verteilt von den mehr als fünf Millionen Kunden rund 30 Prozent in den Premiummodellen. Gerade in der Pandemie sei die Nachfrage nach diesen deutlich gestiegen, sagt General Manager Georg Hauer. Dabei werde das Einstiegsalter immer höher, aktuell sei ein Kunde Anfang bis Mitte 30.

Mittelfristig soll dann jeder zweite N26-Kunde ein Premiumkonto haben. Bislang gibt es neben dem Gratiskonto zwei verschiedene Modelle: Das Black genannte Konto ist das teuerste und kostet 16,90 Euro im Monat, das mittlere kostet 9,90 Euro im Monat und hört auf dem Namen You. Nun soll ein neues Kontomodell, das auf den Namen Smart hört, den Einstieg in die Premiummodelle darstellen: Es kostet 4,90 Euro.

„Mit diesem Konto wollen wir den Massenmarkt erobern“, sagt Hauer. Das neue Modell ist dabei nur der Einstieg in eine Umstrukturierung des gesamten Konten-Portfolios, welches den einzelnen Produkten ein neues Image verpassen wird. N26 You soll N26 International werden und sich stärker auf Banking über Ländergrenzen hinweg fokussieren. Aus N26 Metal soll dann N26 Unlimited werden, um die Exklusivität verstärkt zu betonen.

Unterdessen wird der Privatkundenmarkt immer umkämpfter. Zuletzt startete Check24 ein eigenes Gratiskonto in Deutschland. Doch auch international bewegt sich einiges. Google strukturierte zuletzt seinen Bezahldienst Google Pay um, um stärker auf Banking-Dienste setzen zu können. Auch das europäische Fintech Klarna kündigte zuletzt an, ein eigenes Girokonto auf den Markt zu bringen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte vor kurzem berichtet, dass N26 für das nächste Jahr eine weitere Finanzierungsrunde erwägt. Dabei strebe das Unternehmen eine Bewertung von mehr als 3,5 Milliarden Dollar an. Es könne die letzte Finanzierungsrunde vor einem schon 2022 möglichen Börsengang sein, hieß es. Bis heute hat N26 insgesamt fast 800 Millionen Dollar bei Investoren eingesammelt und ist damit eines der am höchsten bewerteten nicht-börsennotierten Fintech-Unternehmen Europas.

Die internationale Expansion von N26 war nach Angaben von Bloomberg zuletzt durchwachsen verlaufen. Im Januar gab die Bank bekannt, in den ersten fünf Monaten auf dem amerikanischen Markt 250.000 Nutzer gewonnen zu haben, was dazu beitrug, die weltweite Kundenzahl auf über fünf Millionen zu steigern. Einen Monat später kündigte das Unternehmen jedoch an, seine Aktivitäten in Großbritannien einzustellen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Nestler, Franz
Franz Nestler
Redakteur in der Wirtschaft.
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