FAZ plus ArtikelRisiko im Job

Wann hilft die Versicherung gegen Berufsunfähigkeit?

Von Philipp Krohn
21.07.2021
, 06:02
Immer mehr Menschen sind vom Risiko der Berufsunfähigkeit bedroht. Für viele Betroffene bedeutet der Gang zu den Behörden meist nicht nur eine große Mühe, sondern auch eine plagende Ungewissheit.

Auf seinen Spaziergängen mit den Hunden hat Matthias Jansen immer eine Peperoni dabei. Manchmal hat er sich auch schon in einen Brennnesselstrauch geworfen. Beides hilft ihm, wenn er gerade unvorbereitet in einen Flashback gerät. Das ist ein Wiedererleben früherer schmerzhafter Situationen. „Durch den Schmerz bekommt man das Gefühl zur Umwelt besser hin“, erzählt Jansen. Wenn durch einen Geruch oder ein Geräusch so eine Erinnerung ausgelöst wird, kann er durch den scharfen Geschmack oder das Bad in den brennenden Brennhaaren schneller wieder in einen normalen Zustand zurückkehren.

Jansen wurde als Kind von seinem Vater missbraucht. Nachdem er Zeuge eines Unfalls direkt vor ihm wurde und der Vater kurz darauf starb, kam auf einen Schlag die Erinnerung daran zurück. Jansen, der in Wirklichkeit anders heißt, ist seit Mai 2019 krankgeschrieben. Als Produktberater und Schulungsleiter in der Medizinbranche konnte er nicht mehr arbeiten. Im Februar 2020 stellte er einen Antrag auf Berufsunfähigkeit. Wochen und Monate der Ungewissheit folgten, Hunderte Formulare musste er im Stadium der völligen psychischen Erschöpfung mit Schlaf- und Konzentrationsstörungen ausfüllen. „Viele Dokumente konnte ich allein nicht ausfüllen. Meine Frau half mir“, sagt er.

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Quelle: F.A.Z.
Philipp Krohn  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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