FAZ plus ArtikelFusionen und Übernahmen

Bewertungen von Unternehmen spielen Jo-Jo

Von Klaus Max Smolka, Amsterdam
11.08.2022
, 20:03
Einkaufszentrum City-Point Kassel: Die Übernahme des Betreibers Deutsche Euroshop ist im bisherigen Jahresverlauf eine der größten des Jahres in Deutschland.
Die politische und die wirtschaftliche Unsicherheit führen zu erheblichen Schwankungen in den Bewertungen von Unternehmen. Das wird aus zwei Publikationen zum Kapitalmarkt zu gleicher Zeit ersichtlich.
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Die politische und die wirtschaftliche Unsicherheit führen zu erheblichen Schwankungen in den Bewertungen von Unternehmen. Das wurde am Donnerstag mit zwei Publikationen zum Kapitalmarkt ersichtlich: Nach einer Analyse der Beratung Bain & Company sind die Preismultiplikatoren bei Übernahmen global nach einem Abfall im ersten Quartal zuletzt stark gestiegen – jedenfalls in „strategischen Transaktionen“, also solchen, in denen ein Unternehmen durch einen Branchenvertreter und nicht durch einen Finanzinvestor übernommen wird. Dagegen verweist der deutsche Mittelstandsinvestor DBAG auf sinkende Bewertungen an der Börse, die den zugemessenen Wert seines Gesamtportefeuilles und die absehbaren Zahlen des laufenden Geschäftsjahrs 2021/2022 belasten.

Bewertungen bei Übernahmen: bergauf

Zur Bewertung wählen Fachleute üblicherweise das jährliche Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) als Basis. Der Übernahmepreis dividiert durch das Ebitda ergibt dann das Vielfache als Ausdruck der relativen Bewertung. Der Wert für strategische Transaktionen betrug im Gesamtjahr 2021 global 15,4, sank im ersten Quartal auf 11,0 und stieg im zweiten auf 16,7, wie Bain aus Zahlen des Datendienstleisters Dealogic vorrechnet. Bain prognostiziert, dass der Fusionsmarkt trotz Kriegs, hoher Inflation und drohender Rezession eines seiner aktivsten Jahre erlebt. „Es zeichnet sich ab, dass das Transaktionsvolumen in diesem Jahr mit 4,7 Billionen US-Dollar den zweithöchsten Wert seit der Jahrhundertwende erreichen könnte“, heißt es in der Halbjahresanalyse. Nur im Ausnahmejahr 2021 – mitgeprägt durch einen Nachholeffekt nach der Corona-Flaute – lag er mit 5,9 Billionen US-Dollar höher. Auch mit Blick auf diese Zahl konstatiert Bain eine Delle zum Jahresauftakt, aber einen deutlichen Aufschwung im zweiten Quartal. Im Fokus stünden Technologieunternehmen; ihr Anteil am Gesamtgeschäft sei zuletzt signifikant gestiegen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Smolka, Klaus Max
Klaus Max Smolka
Redakteur in der Wirtschaft.
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