Wertpapierbetrug

Freundin von Biotechnik-Finanzvorstand nutzte Insiderwissen an der Börse

23.06.2022
, 12:52
Die Börse in Helsinki, die zur amerikanischen Technologiebörse Nasdaq gehört.
Lauren Wood hat sich vor einem amerikanischen Bundesgericht des Wertpapierbetrugs für schuldig bekannt. Sie hat mit Aktien unrechtmäßig einen Gewinn von 213.000 Dollar gemacht. Ihr drohen bis zu 20 Jahre Haft.
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Die ehemalige Chefin der Unternehmenskommunikation der früheren Immunomedics Inc. hat Insiderhandel auf Basis von Informationen zugegeben, die sie von ihrem Freund erhielt. Der war zu der Zeit Finanzchef des Biotech-Unternehmens. Die 33 Jahre alte Lauren Wood bekannte sich am Mittwoch vor einem Bundesgericht in Newark, New Jersey des Wertpapierbetrugs für schuldig. Im Dezember war sie zusammen mit ihrem Freund Usama Malik verhaftet worden. Im September 2000 ist Immunomedics von Gilead für rund 21 Milliarden Dollar gekauft worden, die Immunomedics-Aktionäre strichen eine Übernahmeprämie von mehr als 100 Prozent ein.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erzählte Malik seiner Freundin Wood im April 2020 von einer erfolgreichen Studie für ein Brustkrebsmedikament und zwar nur wenige Minuten, nachdem er selbst davon erfahren hatte. Auch Verwandten erzählte er davon. Wood kaufte aufgrund des Tipps rund 7.000 Immunomedics-Aktien und veräußerte sie nach der Bekanntgabe der Studienergebnisse - die Aktie schoss daraufhin nach oben – mit einem Bruttogewinn von gut 213.000 Dollar (203.000 Euro). Davon gab sie 65.000 Dollar an Malik weiter. Immunomedics hat eine Brustkrebsbehandlung namens Trodelvy entwickelt, die im April 2020 von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen wurde.

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20 Jahre Gefängnis drohen

Wood drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 5 Millionen Dollar. Ihr Urteil soll am 21. November fallen. Malik, der von 2018 bis Oktober 2020 als Finanzchef fungierte, plädierte letzten Monat auf nicht schuldig und wartet noch auf seinen Prozess. Die Aktenzeichen der Fälle lauten US v. Wood, 22-cr-419, US District Court, District of New Jersey (Newark) und US gegen Malik, 22-cr-340, US District Court, District of New Jersey (Newark).

In Frankfurt wurde im Februar ein früherer Banker der US-Investmentbank Lazard Ltd. wegen Insiderhandel schuldig gesprochen und zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Er hatte in der Abteilung für Übernahmen des Instituts in Frankfurt gearbeitet und verfügte über Zugang zu internen Analysen über Transaktionen, an denen Lazard arbeitete. Das betraf unter anderem das Übernahmeangebot von Carlyle Group Inc. und Bain Capital für die Osram Licht AG im Jahr 2018 und das Übernahmeangebot von KKR & Co. für die Axel Springer SE.

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Quelle: Bloomberg/ham.
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