Digitalwährung

Bitcoin steigt auf mehr als 16.000 Dollar

Von Franz Nestler
13.11.2020
, 12:44
Der Preis für die Digitalwährung steigt und steigt - das Rekordhoch ist in greifbarer Nähe. Wird es wieder wie 2017? Manches spricht dafür, doch auch einiges dagegen.

Wiederholt sich die Preisrally des Jahres 2017? Die Digitalwährung Bitcoin macht jedenfalls im Moment so große Preissprünge, dass Erinnerungen daran wach werden. Innerhalb eines Monats stieg der Kurs um mehr als 35 Prozent: Noch vor einem Monat kostete ein Bitcoin 12.000 Dollar, heute liegt der Preis schon bei deutlich über 16.000 Dollar. Zur Erinnerung: Ihr Rekordhoch markierte die Digitalwährung im Dezember 2017 auf etwas mehr als 19.000 Dollar.

Doch die Preisentwicklung in diesem Jahr ist anders als die vor 3 Jahren. Denn während im Jahr 2017 alle Digitalwährungen haussierten, tut das dieses mal vor allem Bitcoin. Das sieht man am deutlichsten an der Marktkapitalisierung aller Digitalwährungen. Während Bitcoin noch 16 Prozent unter seinem Rekordhoch notiert, ist mit Blick auf die Martkapitalisierung der Abstand deutlich größer: Während es heute 465 Milliarden Dollar sind, waren es damals mehr als 830 Milliarden Dollar – es ist also nur 65 Prozent des damaligen Niveaus.

Woher nun dieser neuerliche Preisanstieg? Als einer der wichtigsten Preistreiber der vergangenen Wochen galt unter anderem die hohe Unsicherheit an den Finanzmärkten im Zuge der Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten, die für eine stärkere Nachfrage nach der Digitalwährung sorgte. Auch die sich verschärfende Corona-Pandemie soll einige Anleger in Bitcoin getrieben haben. Zusätzlich kommt die wirtschaftliche Lage in manchen Schwellenländern hinzu. Viel Nachfrage kommt sowieso aus der dortigen Bevölkerung. Zuletzt hatte ein steigendes Interesse institutioneller Anleger für Auftrieb beim Bitcoin gesorgt. Als starker Preistreiber gelten auch Pläne des Bezahldienstes Paypal, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Wohin es mit Digitalwährungen gehen kann, sieht man zum Beispiel am so genannten E-Euro. Bei ihm geht es um die Überführung der Gemeinschaftswährung in die digitale Welt. Derzeit prüft die Europäische Zentralbank, ob und unter welchen Voraussetzungen dieses digitale Zentralbankgeld eingeführt werden könnte. Doch bis es so weit ist, könnten durchaus noch Jahre ins Land ziehen. Das geht aus einer kleinen Anfrage hervor, die dieser Zeitung vorliegt. Darin heißt es: „Der EZB-Rat plant Mitte nächsten Jahres zu entscheiden, ob er ein Projekt zum digitalen Euro aufsetzt, welches voraussichtlich mit einer formalen Untersuchungsphase beginnen würde.“ Weiterhin heißt es darin, dass „Aufgrund von Erfahrungen des Eurosystems mit zahlreichen Projekten im Zahlungsverkehr [...] dürften für ein solches Großprojekt ein mehrjähriger Zeitraum zu veranschlagen sein.“ Der FDP-Bundestagsabgeordneter Frank Schäffler, der die Anfrage gestellt hat, sagte dazu dieser Zeitung: „Wenn die Verordnungen weiter so ausfallen, dann geht das Thema an Europa und Deutschland vorbei. Dann findet dich Entwicklung in anderen Teilen der Welt statt.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Nestler, Franz
Franz Nestler
Redakteur in der Wirtschaft.
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