Scherbaums Börse

Rendite mit Hüftgold machen

Von Christoph Scherbaum
10.12.2021
, 18:55
Rohstoff für Schokolade: Kakaofrüchte und Kakaobohnen auf einer Ausstellung im Schloss Bruchsal, Baden-Württemberg
Weihnachten ist einer der größte Umsatzbringer für die Süßwarenindustrie. Langfristig orientierte Anleger können dabei gut mitverdienen. Besonders interessant ist ein innovativer Schokoladenhersteller, den nur wenige kennen.
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Weihnachten ist die Zeit, in der viele Anleger versuchen, eines unbedingt aus dem eigenen Körperdepot herauszuhalten: Das sogenannte und unbeliebte „Hüftgold“. Doch das wird schwierig, denn die letzten Wochen des Jahres sind traditionell neben Ostern die schokoladige Jahreszeit schlechthin. Für die Großen der Branche geht es um wichtige Umsatzanteile.

Wann immer es an der Börse um das Thema Schokolade geht, stoßen Anleger sehr schnell auf Barry Callebaut. Für Verbraucher dürfte der Name fast unbekannt sein, die Produkte des Schweizer Konzerns sind es aber nicht. In einem von vier konsumierten Kakao- und Schokoladenprodukten rund um die Welt steckt Barry Callebaut.

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Der Konzern ist von der Beschaffung und Verarbeitung der Kakaobohnen bis zur Herstellung der feinsten Schokoladen, einschließlich Füllungen, Dekorationen und Schokoladenmischungen mit von der Partie. Die mehr als 60 Produktionsstandorte sind über den gesamten Globus in 40 Ländern verteilt. Zu den Kunden zählt das „who is who“ der industriellen Nahrungsmittelhersteller sowie gewerbliche und professionelle Anwender wie Chocolatiers, Confiseure, Bäcker, Hotels, Restaurants oder Cateringunternehmen.

Konzern wächst schneller als Gesamtmarkt

Um eine Vorstellung vom Wirken von Barry Callebaut zu erhalten, gilt es, einen Blick zurückzuwerfen. Lange Zeit kannte die Menschheit lediglich die drei Schokoladensorten zartbitter, weiß und Milchschokolade. Im Jahr 2017 – rund 80 Jahre nach der Markteinführung von weißer Schokolade – präsentierte Barry Callebaut mit der Ruby-Schokolade die vierte Schokoladensorte. Diese wird aus der der Ruby-Kakaobohne hergestellt und hat einen fruchtigen Geschmack.

Christoph Scherbaum
Christoph Scherbaum Bild: Christoph Scherbaum

Doch auch solche Produktneuheiten konnten Barry Callebaut nicht ganz vor den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gastronomie und die Schokoladenindustrie schützen. Dennoch hat das Unternehmen anschließend von der Wiedereröffnung der Wirtschaft profitiert. Im Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende August) konnte Barry Callebaut seine Verkaufsmenge um 4,6 Prozent auf fast 2,2 Millionen Tonnen steigern. Das Schokoladengeschäft übertraf somit das Niveau des Geschäftsjahres 2018/19 vor der Corona-Pandemie. Zudem wuchs der Konzern schneller als der Gesamtmarkt und sicherte sich weitere Marktanteile.

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Die Umsatzerlöse kletterten währungsbereinigt um 8,7 Prozent auf 7,2 Milliarden Schweizer Franken. Der Betriebsgewinn (Ebit) legte währungsbereinigt im Vorjahresvergleich sogar um 18,9 Prozent auf 566,7 Millionen Schweizer Franken zu.

Unterm Strich blieb ein Gewinn in Höhe von 384,5 Millionen Schweizer Franken übrig. Dies war ein währungsbereinigtes Plus von 20,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aktionäre bekommen hierbei glänzende Augen, denn Barry Callebaut ist seit vielen Jahren als ein zuverlässiger Dividendenzahler bekannt. Nun sollen sie eine Dividende in Höhe von 28,00 Schweizer Franken je Aktie erhalten. Dies entspricht einem Anstieg von 27,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Ausschüttungsquote von 40 Prozent des Konzerngewinns.

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Damit die Ausschüttung auch in den kommenden Jahren steigen kann, hat sich Barry Callebaut ambitionierte Mittelfristziele gesetzt. Für die Geschäftsjahre 2020/21 bis 2022/23 ist laut Unternehmen ein durchschnittliches Volumenwachstum von 5 bis 7 Prozent vorgesehen, während das Ebit stärker als das währungsbereinigte Volumenwachstum steigen soll.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit will Barry Callebaut versuchen, ein Vorreiter zu sein. In dem Programm „Forever Chocolate“ sind Klima- und Nachhaltigkeitsziele formuliert und sollen bis zum Jahr 2025 erreicht werden. unter anderem will der Konzern im Zuge des Programms mehr als 500.000 Kakaobauern innerhalb der Barry-Callebaut-Lieferkette aus der Armut befreit werden. Gleichzeitig soll Kinderarbeit komplett beseitigt werden, während der Konzern kohlenstoff- und waldpositiv arbeiten möchte.

Übergeordneter Aufwärtstrend

Auch wenn sich der Aktienkurs von Barry Callebaut dem Corona-Crash im März des vergangenen Jahres nicht entziehen konnte, ist das Schweizer Wertpapier eine sehr solide Geldanlage. Nach dem scharfen Rücksetzer im März 2020 in den Bereich der 1600-Franken-Marke startete die Aktie von Barry Callebaut eine neue Aufwärtsbewegung. Dabei ging es bis zum August auf neue Rekordhochs bei rund 2380 Franken nach oben, woraufhin ein Seitwärtslauf folgte, der bis heute anhält. Charttechnisch könnte diese Konsolidierung abgeschlossen werden, wenn der Ausbruch über das August-Allzeithoch bei 2.380 Franken gelingt. Mittelfristig würde sich dann das nächste große Kursziel auf die 3000er-Marke stellen.

Mit Blick auf die bisherige Kursentwicklung konnte Barry Callebaut sehr überzeugen. Die Aktie notiert in einem langfristigen, übergeordneten Aufwärtstrend. Auf Zehnjahressicht konnte der Kurs im Schnitt um zehn Prozent jährlich zulegen. Dabei zeichnete sich der Titel durch eine vergleichsweise hohe Kursstabilität aus. Über den ein oder anderen verputzten Schoko-Nikolaus oder Weihnachtsmann freut sich also jeder Barry Callebaut-Aktionär. Hüftgold hin oder her.

Quelle: FAZ.NET
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