Aktie im Blick

Cenit nimmt Kurs auf Tec-Dax

Von Oliver Schmale, Stuttgart
16.08.2022
, 12:13
„Mit dieser Zielerreichung fassen wir das Ziel Tec-Dax fester ins Auge“: Cenit will seinen Umsatzanteil künftig auf mehr als 10 Prozent steigen.
Das Stuttgarter Software- und Beratungsunternehmen profitiert von der Erholung der Luftfahrt. Auch der Wandel in der Autobranche ist von Vorteil.
ANZEIGE

Der Flugverkehr in der Welt erholt sich langsam. Davon profitiert auch das in Stuttgart ansässige Software- und Beratungsunternehmen Cenit AG. Denn in den allermeisten Flugzeugen ist ein Teil verbaut, das mithilfe einer Maschine gefertigt worden ist, die Software der Schwaben nutzt. Langfristig will das börsennotierte Unternehmen in den Tec-Dax. Dieses Ziel ist vom Ankeraktionär vorgegeben, der Primepulse SE aus München. Die Beteiligungsgesellschaft, die in technologieorientierte Unternehmen investiert, hält inzwischen 25,1 Prozent an Cenit. Sie erhöhte in der Vergangenheit ihre Anteile schrittweise.

Der Aktienkurs der Schwaben legte in den letzten Monaten zu. Er startete Anfang des Jahres mit 13,65 Euro und liegt aktuell bei 16,50 Euro. Die von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg aufgeführten Finanzanalysten empfehlen je zur Hälfte, den Anteilsschein zu halten oder zu kaufen. Sie prognostizierten dabei in den kommenden zwölf Monaten einen Kurs zwischen 16 und 19 Euro.

ANZEIGE

Cenit ging zu Zeiten des Neuen Marktes an die Börse und ist eines der wenigen Unternehmen, die dessen Niedergang überstanden hat. Der neue Vorstandsvorsitzende Peter Schneck, der Kurt Bengel ablöste, als dieser in den Ruhestand ging, muss den langfristigen Plan Tec-Dax nun umsetzen. Die selbst gesteckten Ziele sind hoch. Bis 2025 soll der Umsatz von etwa 150 auf 300 Millionen Euro bei einer Ebit-Marge von 8 bis 10 Prozent verdoppelt werden. Wichtig bei dem Vorhaben ist auch mehr Umsatz mit eigenen Softwarelösungen. Ihr Umsatzanteil soll auf mehr als 10 Prozent steigen, wie aus der Präsentation des Unternehmens zu den Halbjahreszahlen hervorgeht. Schneck betonte: „Mit dieser Zielerreichung fassen wir dann das Ziel Tec-Dax fester ins Auge.“

Das Unternehmen hat sich unter anderem der Software für das Produktlebenszyklus-Management (PLM) verschrieben: ein Konzept, das alle im Verlauf des Lebenszyklus eines Produkts anfallenden Informationen integriert, vom ersten Entwurf, der Konstruktion und der Produktion bis hin zum Kundenservice, der Wartung und der Instandhaltung. In vielen Bereichen arbeiten die Stuttgarter mit anderen Softwareherstellern zusammen. Neben der Luftfahrtindustrie zählen auch Automobil- und Maschinenbau zu den Kernbranchen für das Unternehmen.

ANZEIGE

Analysten raten weiterhin zum Kauf des Papiers

Der Mittelständler profitiert aktuell auch vom Umbruch unter den Autobauern. Schneck sagte, dies habe kurz- und mittelfristig zusätzliches Geschäft ermöglicht. Die Hersteller sowie deren Zulieferer seien dabei, auf hybride oder alternative und natürlich elektrische Antriebe umzustellen. „Diese neuen Fahrzeugbaureihen bedingen zusätzliche Lizenzen im PLM-Bereich, um so schnell neue Baureihen zu simulieren und für die Fertigung zu planen.“ Des Weiteren habe man zusätzlich zu den Bestandskunden neue Kunden gewinnen können, die den Einstieg über neue Fahrzeugkonzepte als Chance nutzten. Zugleich hat sich nach den Worten von Schneck das Geschäft mit Rüstungsherstellern infolge des Ukrainekriegs ausgeweitet.

Der Umsatz von Cenit legte im ersten Halbjahr um 6,2 Prozent auf 73,91 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg knapp um ein Fünftel auf 1,12 Millionen Euro und die Ebit-Marge verbesserte sich leicht von 1,3 auf nun 1,5 Prozent. Zugleich bestätigte das Software- und Beratungsunternehmen seine Prognose. Für das laufende Geschäftsjahr wird demnach ein Umsatz von rund 170 Millionen Euro sowie ein Ebit von etwa 9 Millionen Euro erwartet. Die Eigenkapitalquote beträgt aktuell 31,9 Prozent und der Streubesitz 65,3 Prozent.

ANZEIGE

Der Schwerpunkt der Geschäfte des Unternehmens liegt aktuell in Frankreich, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Da werde noch enormes Aufholpotenzial gesehen, sagte Schneck. Asien spielt eine untergeordnete Rolle. In China sei man mit einer Tochtergesellschaft und einem Team von neun Mitarbeitenden vertreten, sagte Schneck. Sie bearbeiteten insbesondere den dortigen Robotikmarkt: „Wir werden und wollen uns jedoch nicht stark auf den chinesischen Markt ausrichten.“

Das Unternehmen beschäftigte Ende Juni knapp 900 Mitarbeiter. Das Analysehaus Warburg empfiehlt das Halten der Aktie und geht von einem Kurs von 17,70 Euro aus. Die Analysten der GBC AG raten weiterhin zum Kauf des Papiers und setzen 20 Euro nach bisher 20,05 Euro als Kursziel an. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beträgt 21. In der Regel haben Papiere, denen ein starkes Wachstum zugetraut wird, ein hohes KGV.

Quelle: FAZ.NET
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Tarifportal
Strom-Vergleich: Sparen mit günstigem Strompreis
Kapitalanlage
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage der Zukunft
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Hypothekenrechner
Jetzt Zinsen vergleichen
Sprachkurs
Lernen Sie Englisch
ANZEIGE