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Chinesen dementieren

Gerüchte um reduzierten Daimler-Anteil von Geely

Von Susanne Preuß, Stuttgart
 - 11:50

Ist es schon vorbei mit der Liebe des chinesischen Investors Li Shufu zur Nobel-Marke Mercedes? Weniger als ein Jahr, nachdem Li Shufu, Eigentümer des Autoherstellers Geely, mit einem Überraschungscoup beinahe 10 Prozent an Daimler übernommen hat, sei der Anteil nun um mehr als die Hälfte reduziert worden, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf „unterrichtete Kreise“. Geely stoße einen Anteil von 5,4 Prozent an Daimler ab, heißt es weiter.

Ein Sprecher von Geely dementierte: „Als langfristiger Investor hat die Geely-Holding keine Aktien verkauft. Der Anteil an Daimler bleibt unverändert.“ Daimler wollte sich zunächst nicht äußern.

Ist es nur ein Missverständnis?

Bemerkenswert ist, dass die Investmentbank Morgan Stanley in einer Pflichtmitteilung offen legte, dass sie Stimmrechte für 5,39 Prozent der Daimler-Aktien hält. Die Bank übt die Stimmrechte im Namen anderer aus, sagte eine Person der Agentur Bloomberg, und lehnt es ab, diese Parteien zu identifizieren.

Möglicherweise ist mit der Stimmrechtsmitteilung jedoch auch ein Missverständnis verbunden, das zu dem Gerücht geführt hat. Morgan Stanley war involviert, als die Chinesen voriges Jahr einstiegen. Solche Milliardeninvestitionen werden gelegentlich mit sogenannten Collar-Strukturen abgesichert. Eine Kombination von Kauf- und Verkaufsoptionen soll das Risiko für den Investor möglichst gering halten. Sofern sich der Aktienkurs aber deutlich vom Einstiegspreis entfernt, müssen solche Optionen neu strukturiert werden.

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Von 70 auf 45 Euro

Im Fall Daimler gab es seit Monaten deutliche Kursverluste. Während Li Shufu bei dem Stuttgarter Autohersteller einstieg, als die Aktien rund 70 Euro kosteten, fiel der Daimler-Kurs Anfang 2019 sogar unter 45 Euro. Für den Tag danach meldet Morgan Stanley für die Stimmrechte die Überschreitung der Meldeschwelle von 5 Prozent.

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Li Shufu hatte nach dem Einstieg im vorigen Jahr mehrfach erklärt, dass er ein strategisches Interesse an Daimler habe. „Wir müssen aktiv die Möglichkeit umfangreicher Allianzen ausloten, anstatt uns der Realität zu entziehen und den Kopf in den Sand zu stecken“, schrieb Li Shufu nach seinem Einstieg bei Daimler in einem Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Mittlerweile wurden bilaterale Arbeitsgruppen gebildet, die Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Ein erstes Ergebnis war Ende Oktober die Vereinbarung über ein Gemeinschaftsunternehmen, das in China Fahrdienste in Luxus-Autos (zunächst vor allem Mercedes-Modelle) anbieten soll.

Quelle: FAZ.NET
Susanne Preuß
Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.
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