Dax-Rücksetzer

Kampf gegen Pandemie nutzt auch der Börse

EIN KOMMENTAR Von Mark Fehr
Aktualisiert am 16.10.2020
 - 12:25
Tunnelblick: Börsensaal der Frankfurter Wertpapierbörse
Kursfristig verdirbt ein schärferer Corona-Kurs der Politik die Kauflaune an der Börse. Doch Anleger sollten den Staat nicht als Spielverderber sehen, denn wenn die Infektionen explosionsartig steigen, könnten die Kurse langfristig noch tiefer fallen.

Der Herbst verdüstert auch an den Börsen die Stimmung. Über den Sommer hatten sich die Aktienkurse positiv entwickelt, der deutsche Leitindex notierte nach einer zügigen Erholung vom Einbruch nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie sogar in Sichtweite seines Allzeithochs aus dem Februar von 13 795 Punkten.

Jetzt scheint ein schärferer Kurs der Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie die schöne Börsenstimmung zu zerstören, die Angst vor einem Lockdown, den es weiter zu verhindern gilt, und anderen für die Wirtschaft schmerzhaften Maßnahmen ist plötzlich wieder da. Ist die Politik ein Spielverderber? Nein, denn auch Börsianer sollten den Kampf der Regierung gegen die exponentielle Ausbreitung der Pandemie als das kleinere Übel betrachten. Denn wenn Corona im Winter explodiert, wären die Folgen für Wirtschaft und Aktienkurse wohl noch weit gravierender.

Wir erinnern uns: Nicht der Lockdown war Anlass für den Börsencrash im März, sondern die unkontrollierte Ausbreitung des Virus über Europa. Als die Regierung kurz danach Kontaktsperren verhängte und gleichzeitig gewaltige Krisenhilfen auf den Weg brachte, stiegen die Kurse wieder.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Fehr, Mark
Mark Fehr
Redakteur in der Wirtschaft.
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