Börsennotiertes Fintech

Creditshelf vermittelt deutlich mehr Kredite

Von Tim Kanning
11.09.2020
, 08:34
Nach einem starken Einbruch im ersten Quartal hat die Kreditplattform für den Mittelstand zwischen April und Juni deutlich mehr Finanzierungen vermittelt. Das hat einen speziellen Grund.

Die hohe Nachfrage von Mittelständlern nach Krediten in der Corona-Krise macht sich auch bei dem digitalen Kreditvermittler Creditshelf bemerkbar. Um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum wuchs das Volumen der vermittelten Kredite im zweiten Quartal auf 34 Millionen Euro, wie das börsennotierte Frankfurter Fintech am Donnerstag mitteilte.

Für die ersten drei Monate des Jahres hatte Creditshelf noch einen deutlichen Rückgang der vermittelten Kredite vermelden müssen, weil Investoren sich angesichts der unsicheren Corona-Aussichten nicht mehr trauten, Kredite über die Plattform zu vergeben. Inzwischen hat Creditshelf einen sogenannten Loan Fund gegründet, in den auch die Europäische Investitionsbank Geld gesteckt hat, das gezielt an kleinere und mittlere Unternehmen fließen soll.

Kurs pendelt

Creditshelf ist eines der wenigen deutschen Fintechs, die an der Börse gelistet sind und mithin ihre Zahlen veröffentlichen müssen: Obwohl der Umsatz im ersten Halbjahr um 41 Prozent auf nun 2,5 Millionen Euro gestiegen ist, verbuchte Creditshelf einen Verlust von 3 Millionen Euro. Der Aktienkurs reagierte kaum auf die Zahlen; er pendelt schon seit einiger Zeit zwischen 50 und 55 Euro.

Vorstandschef Tim Thabe setzt auf eine wirtschaftliche Erholung: „Wir sind überzeugt, dass die Corona-Krise zu einem deutlichen Digitalisierungsschub führen wird – auch im Kreditgeschäft. Ebenso gehen wir davon aus, dass die Kreditnachfrage aus dem deutschen Mittelstand bei einer zügigen wirtschaftlichen Erholung deutlich zunehmen wird.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenpoträt / Kanning, Tim (kann.)
Tim Kanning
Redakteur in der Wirtschaft.
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