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Dax im Minus

Anleger schalten zurück in den Krisenmodus

Von Mark Fehr
Aktualisiert am 14.07.2020
 - 16:10
Dax-Kurve in Frankfurt
Die Sorgen vor einer zweiten Corona-Welle und wachsende Spannungen zwischen Amerika und China sorgen für ein Ende der fast schon unheimlichen Börsen-Rally.

Die internationalen Aktienmärkte haben am Dienstag verloren, weil die Furcht der Anleger vor der Corona-Krise und geopolitischen Spannungen zurückgekehrt ist. Der deutsche Aktienindex Dax hatte zunächst einen positiven Start in die Woche hingelegt, doch dann gewannen die Pessimisten die Oberhand. Bis Dienstagnachmittag stand ein Dax-Minus von 1,4 Prozent auf rund 12.615 Punkte zu Buche. Der breit gefasste F.A.Z.-Index gab ebenfalls um fast 1,4 Prozent auf 2218 Punkte nach. Der M-Dax der mittelgroßen Werte sank mit einem Minus von knapp 1,5 Prozent auf 26.580 Zähler. Der europaweite Euro-Stoxx-50 verlor sogar 1,6 Prozent auf 3295 Punkte.

Auslöser des Stimmungsumschwungs war die Entwicklung an der Wall Street, wo Anleger wegen der Schließung von Bars, Museen oder Kinos im bevölkerungsreichsten amerikanischen Bundesstaat Kalifornien am Montagabend in Deckung gegangen waren. Die amerikanischen Indizes verloren im frühen Handel am Dienstag – der S&P 500 um 0,3 Prozent und der Nasdaq um 1,3 Prozent.

Zu den Sorgen der Investoren gesellten sich zudem die schon länger schwelenden Spannungen zwischen Amerika und China. Dabei geht es mittlerweile um mehr als nur um Zölle und Sanktionen gegen Unternehmen, was sich daran zeigte, dass Washington Gebietsansprüche der Volksrepublik im südchinesischen Meer offiziell zurückwies. Das schürte an der Börse offenbar Angst, der Konflikt zwischen den hochgerüsteten Supermächten könne sich zu einer militärischen Konfrontation verschärfen. „Dies demonstriert den Willen Washingtons, China an verschiedenen Fronten zu bekämpfen“, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

DAX ®

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In Asien verzeichneten die wichtigen Börsenindizes am Dienstag ebenfalls Verluste. In Japan gab der Nikkei um mehr 1 Prozent auf 22.566 Punkte nach. Auch der Hongkonger Hang Seng und der CSI 300 an der Schanghaier Börse verloren mehr als 1 Prozent. Dabei hatten die chinesischen Börsen bis zuletzt noch einen unvergleichlichen Hype gefeiert.

Zurück zu den Tatsachen

Kurz zuvor hatte der starke Optimismus an den internationalen Börsen noch für Verwunderung bei Beobachtern gesorgt. „Es setzt sich immer mehr die Meinung durch, dass die Kurse zu weit gelaufen sind“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Auch nach Ansicht des Ökonomen Thomas Gitzel scheint es vorbei zu sein mit der Euphorie. „Jetzt heißt es, zurück zu den Tatsachen“, sagte Gitzell, Volkswirt der Liechtensteiner VP Bank anlässlich des am Dienstag vom Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW veröffentlichen monatlichen Stimmungsbarometers. Der ZEW-Index versucht unter anderem, die Konjunkturstimmung der Finanzmarktakteure zu messen. Im Juni hat der Optimismus der Börsianer demnach einen Dämpfer erhalten, wogegen es zuvor drei Anstiege in Folge gegeben habe. Einen allmählichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts erwarten die vom ZEW Befragten erst in der zweiten Jahreshälfte und Anfang 2021.

Tesla

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Ende vergangner Woche hatten Anleger noch den Aktienkurs des Elektroautopioniers Tesla zu neuen Höhenflügen verholfen, sodass das Unternehmen zum wertvollsten Autohersteller an der Börse vor Toyota geworden ist. Auch die ohnehin hoch bewerteten amerikanischen Tech-Unternehmen wie Amazon, Apple, Microsoft oder Google erlebten einen Börsenhype. Deren Aktien leiden nun besonders unter den Gewinnmitnahmen an der Wall Street. Das bekamen auch die deutschen Tech-Werte im Dax zu spüren. So verlor der Hersteller von Unternehmenssoftware SAP am Dienstag 3,7 Prozent und der Computerchip-Spezialist Infineon verbuchte sogar ein Kursminus von mehr als 4 Prozent. Beide Aktien führten am Nachmittag die Verliererliste des Dax.

Ausfallgefährdete Bankkredite

Einigermaßen stabil zeigten sich dagegen Bankaktien. Die beiden amerikanischen Großbanken JP Morgan und Citigroup meldeten am Dienstag trotz wachsender Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite Geschäftszahlen, die offenbar weniger desaströs ausfielen als befürchtet. Das verlieh der Deutschen Bank und sogar der vom Rückzug ihrer Führungsspitze gebeutelten Commerzbank Rückenwind.

Deutsche Staatsanleihen als sicherer Hafen konnten von der Abwärtsbewegung der Börsen bisher nicht profitieren. Stattdessen sind die Kurse von Bundesanleihen am Dienstag zunächst gefallen, die Umlaufrendite stieg von minus 0,48 auf minus 0,45 Prozent. Der Preis der Krisenwährung Gold ist schon in der vergangenen Woche erstmals seit 2011 wieder über die Marke von 1800 Dollar je Feinunze gestiegen. Analysten halten es angesichts der steigenden Verunsicherung für möglich, dass der Goldpreis sein Allzeithoch von rund 1900 Dollar innerhalb der kommenden 12 Monate in den Schatten stellen und auf die Marke von 2000 Dollar klettern könnte.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Fehr, Mark
Mark Fehr
Redakteur in der Wirtschaft.
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