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FAZ plus ArtikelBörse statt Hausbank

Es war einmal in Amerika

Von Norbert Kuls, New York
 - 13:32
Der amerikanische Kapitalmarkt wurde zur Lokomotive für die Wirtschaft

Die Wall Street spielt im internationalen Finanzgeschäft in einer eigenen Liga. „Die amerikanischen Kapitalmärkte sind die größten, tiefsten, und dynamischsten der Welt und spielen für die amerikanische Wirtschaft eine entscheidende Rolle.“ So formulierte es der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin im vergangenen Jahr in einem Bericht über die regulatorischen Rahmenbedingungen in Amerika. In diesem Punkt kann ihm niemand widersprechen.

Die wirtschaftliche Bedeutung ist so groß, weil sich in den Vereinigten Staaten im Vergleich zu anderen Industrieländern – unter anderem den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) – mehr Unternehmen über die Kapitalmärkte finanzieren als über Banken. „Kleine wie große Anleger stellen das Kapital bereit, um Innovation, wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplätze zu fördern“, erläutert Kenneth Bentsen, der Chef des amerikanischen Wertpapier-Branchenverbands Sifma. Unternehmen finanzieren durch die Ausgabe von Anleihen oder Aktien neue Fabriken oder Technologien. Behörden finanzieren Infrastrukturprojekte und im Gegenzug bilden amerikanische Kleinanleger Vermögen für ihre Rente oder für die Ausbildung der Kinder.

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Europas Wettbewerbsnachteil

In Europa finanzieren sich Unternehmen zu 80 Prozent über Banken und zu 20 Prozent über den Kapitalmarkt. In den Vereinigten Staaten ist es genau umgekehrt. Die Wall-Street-Häuser sind mit ihrer Ertragskraft den europäischen Banken auch deshalb enteilt, weil sie weniger Eigenkapital als Risikopuffer für Unternehmenskredite vorhalten müssen und gleichzeitig an der Plazierung von Unternehmensanleihen an den Kapitalmärkten verdienen. Nicht vergessen werden darf auch das Thema Immobilienkredite, die in Europa nahezu vollständig von Banken vergeben werden und einen großen Teil ihrer Bilanzen ausmachen. In den Vereinigten Staaten halten die Banken nicht einmal ein Drittel der Wohnungsbaukredite in ihren Büchern, einen großen Teil übernehmen die halbstaatlichen Förderbanken Fannie Mae und Freddie Mac, die wiederum Hypothekenanleihen am Kapitalmarkt bilanzieren. Nicht alle diese beträchtlichen Unterschiede in der Finanzierungskultur kann die EU-Initiative für die Kapitalmarktunion beheben. Doch wären stärker miteinander verbundene und tiefer integrierte Kapitalmärkte in Europa ein wichtiger Schritt, um den Wettbewerbsnachteil zu verringern. Die Kapitalmarktunion wurde 2015 vom damaligen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker ins Leben gerufen. Mit den Fortschritten können die EU-Finanzminister nicht zufrieden sein, weshalb sie das Thema wieder in den Vordergrund gerückt haben. Das Vorhaben ist wichtig, aber sehr komplex, weil große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten im Insolvenz- und Steuerrecht sowie in der Finanzaufsicht überbrückt werden müssen. Von Markus Frühauf

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kuls, Norbert (nks.)
Norbert Kuls
Freier Autor in der Wirtschaft.
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