F.A.S. exklusiv

„Bedauerlich, wie mit ihm umgesprungen wird“

04.03.2017
, 16:40
Börsenchef Carsten Kengeter ist mit seinem Vorhaben, die Deutsche Börse mit der Londoner LSE zu fusionieren, gescheitert.
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Trotz gescheiterter Fusion hält der Aufsichtsrat der Deutschen Börse zu Konzernchef Kengeter. „Er ist und bleibt der richtige Mann an der Spitze“, sagt Aufsichtsratschef Faber der F.A.S. – und erklärt wieso.
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Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse gibt den Briten die Schuld am Scheitern der Fusion mit der Londoner Börse LSE und bekennt sich trotz alledem zu Vorstandschef Carsten Kengeter. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf den Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Faber.

„Herr Kengeter hat sein persönliches Schicksal nicht an die Fusion mit London geknüpft. Er ist und bleibt der richtige Mann an der Spitze, der richtige Vorstandsvorsitzende, um das Wachstum der Börse voran zu treiben“, sagte Faber der F.A.S. „Dafür haben wir ihn geholt. Daran werden wir gemeinsam weiterarbeiten.“

Joachim Faber, der den ehemaligen Investmentbanker Kengeter im Jahr 2015 zur Deutschen Börse gelotst hatte, rühmt den Manager weiterhin als „Ausnahmetalent in Deutschland.“ Faber sagte wörtlich: „Von der Sorte haben wir nicht viele – erfolgreich am Kapitalmarkt, als Person akzeptiert in London und New York, in Deutschland verwurzelt. Umso bedauerlicher ist es, wie jetzt mit ihm umgesprungen wird.“

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Die Schuld am Scheitern der Fusionspläne gibt die Deutsche Börse dem Brexit und den darauf folgenden Reaktionen in Großbritannien. „Der Brexit hat heftigen Gegenwind ausgelöst“, so Aufsichtsratschef Faber weiter. „Wir wussten monatelang nicht mehr, was die Briten wollen. Und am Ende war der von uns verlangte Doppelsitz ein absolutes No-Go.“

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Seitens der britischen Börse gibt es hingegen Kritik an Kengeter. Dass Frankfurts Staatsanwälte gegen ihn ermitteln wegen Insiderhandels, habe die Manager in Britannien verunsichert und ihr Vertrauen erschüttert, hieß es unlängst. Kengeter hätte den fusionierten Konzern führen sollen. Formal ist der Zusammenschluss zwar noch nicht gescheitert. Nachdem die LSE jedoch angekündigt hat, eine Forderung der EU-Kommission für die Fusion nicht erfüllen zu wollen, gilt als ausgemacht, dass Brüssel die Fusion untersagen wird.

Quelle: mec.
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