Zuletzt im Herbst 1981

Deutsche Inflationsrate steigt auf 7,4 Prozent

11.05.2022
, 08:47
Das Einkaufen im Supermarkt wird immer teurer.
Die Geldentwertung erreicht den höchsten Stand seit Herbst 1981. Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht. Viele Unternehmen wollen ihre Preise noch erhöhen.
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Die Inflation in Deutschland ist im April wegen höherer Energie- und Lebensmittelpreise infolge des Ukrainekriegs auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 7,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Herbst 1981, als wegen des Ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und dem Iran die Mineralölpreise ebenfalls nach oben geschnellt waren. Im März lag die Teuerungsrate noch bei 7,3 Prozent.

„Die Inflationsrate erreichte damit im zweiten Monat in Folge einen neuen Höchststand im vereinigten Deutschland“, sagte der Präsident des Statistikamtes, Georg Thiel. Schon am 28. April hatte das Statistische Bundesamt die Teuerung im April mit 7,4 Prozent angegeben, diese erste Schätzung wurde nun bestätigt. Ein Ende des starken Preisauftriebs ist noch nicht in Sicht. Aktuell wollen so viele Unternehmen wie noch nie in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen, wie eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts ergab. „Die Inflation in Deutschland dürfte damit auch in den kommenden Monaten bei über sieben Prozent liegen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser deshalb voraus.

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Der russische Einmarsch in die Ukraine sorgt für drastisch steigende Energie- und Rohstoffpreise. Dies bekommen die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Tanken und Heizen zu spüren. Energie kostete 35,3 Prozent mehr als im April 2021. Mit einem Aufschlag von 98,6 Prozent haben sich die Preise für leichtes Heizöl fast verdoppelt. Auch Kraftstoffe (+38,5 Prozent) und Erdgas (+47,5 Prozent) verteuerten sich merklich, ebenso Strom (+19,3 Prozent).

Überdurchschnittliche Steigerungen gab es auch bei Nahrungsmitteln, die 8,6 Prozent mehr kosteten. „Hier werden zunehmend die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine sichtbar“, betonten die Statistiker. Erheblich teurer wurden Speisefette und Speiseöle (+27,3 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (+11,8 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (+9,4 Prozent) sowie frisches Gemüse (+9,3 Prozent).

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Quelle: Reuters
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