Amerikanischer Aktienmarkt

Der Ölpreisverfall belastet die Wall Street

02.02.2016
, 23:21
Händler an der New Yorker Wall Street verfolgen das Geschehen an den Weltmärkten zunehmend skeptisch
Ernüchterung an der Börse in New York: Die neuerlichen Sorgen vor einem Abflauen der Weltwirtschaft durch den sinkenden Ölpreis schwächt vor allem die Aktien von Energiekonzernen und Banken. Doch es gibt auch gute Nachrichten.
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An der Wall Street herrscht nach dem Zwischenhoch vom Freitag schon wieder Ernüchterung. Die wichtigsten Aktienindizes gerieten am Dienstag einmal mehr in den Sog der fallenden Ölpreise und gingen mit deutlichen Verlusten aus dem Handel. Besonders die Papiere von Energiekonzernen und Banken litten unter den neuerlichen Sorgen vor einem Abflauen der Weltwirtschaft.

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Der Dow Jones Industrial fiel um 1,80 Prozent auf 16 153,54 Punkte. Am Freitag hatte der amerikanische Leitindex noch mit einem Plus von etwa zweieinhalb Prozent unter anderem von der überraschenden Lockerung der japanischen Geldpolitik profitiert. Doch bereits am Montag gab er wieder minimal nach. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es am Dienstag um 1,87 Prozent auf 1903,03 Punkte nach unten. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 2,18 Prozent auf 4193,10 Punkte.

„Die Ergebnisse von Google sind ein Knaller“

Die Börsianer hatten zudem eine ganze Flut von Unternehmenszahlen im Blick, unter anderem die erfreulichen Resultate des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Sie reichten aus, um Apple als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt abzulösen.

Anleger hatten die Quartalszahlen der Google-Mutter Alphabet mit einem Plus von zeitweise rund 5 Prozent gefeiert. Zum Handelsschluss stiegen die Aktien noch um 1,68 Prozent. „Die Ergebnisse von Google sind ein Knaller und toppen sogar noch die bereits ambitionierten Erwartungen der Analysten“, sagte Aktienexperte Daniel Saurenz von Feingold Research.

Ölwerte rückten nicht nur mit dem neuerlichen Verfall der Rohölpreise, sondern auch mit Quartalsbilanzen von Branchenschwergewichten in den Fokus. Die Börsianer quittierten die Zahlen des Primus ExxonMobil mit einem Minus von mehr als 2 Prozent. Für die Papiere des Wettbewerbers Chevron ging es um 4,75 Prozent nach unten.

Schon im europäischen Handel hatten schwache Zahlen des britischen Ölkonzerns BP die Stimmung kräftig eingetrübt. Die niedrigen Ölpreise verhageln den Energiekonzernen derzeit die Bilanz und belasten dementsprechend deren Bonität. Ein Ausfall von Hochzinskrediten aus der Öl- und Gasbranche würde auch einige amerikanische Banken treffen, wie jüngste Berechnungen des Analysehauses Bernstein Research zeigten. Zu den betroffenen Instituten zählten auch Goldman Sachs und JPMorgan.

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Goldman-Papiere büßten am Dow-Ende rund 5 Prozent ein, für die Aktien von JPMorgan ging es um mehr als 3 Prozent nach unten. Börsianer begründeten die Verluste bei den Bankwerten zudem mit Befürchtungen, wonach ein dauerhaft niedriges Zinsumfeld weiter auf die Gewinne drücken könnte.

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Der vor der Rekord-Fusion mit dem Konkurrenten Dupont stehende Chemiekonzern Dow Chemical hatte auch im vierten Quartal von einer starken Kunststoff-Nachfrage profitiert. Die Anleger zeigten sich erfreut und die Aktien zogen um 5,75 Prozent an. Die Papiere von Dupont waren mit plus 5,40 Prozent der einzige Gewinner im Dow.

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Geradezu begeistert reagierten die Investoren auf die erfreulichen Quartalszahlen von Mattel. Für die Anteilsscheine des Spielzeug-Konzerns ging es an der Spitze des Nasdaq 100 um knapp 14 Prozent in die Höhe. Euphorie herrschte gar bei den Aktionären von Micheal Kohrs: Überraschend gute Quartalszahlen trieben die Papiere des Modeherstellers um knapp ein Viertel nach oben.

Der Euro legte zu und kostete zuletzt 1,0917 Dollar. Robuste Arbeitsmarktdaten aus der Eurozone stützten die Gemeinschaftswährung. US-Staatsanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit profitierten von der Börsenschwäche: Sie kletterten um 25/32 Punkte auf 103 15/32 Punkte und rentierten mit 1,860 Prozent.

Quelle: dpa
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