Devisen

Russischer Rubel profitiert von Zinserhöhung

25.02.2011
, 14:53
Im Rahmen der Wirtschafts- und Finanzkrise hat der russische Rubel zwar vorübergehend deutlich gegen Euro und Dollar abgewertet. Nun zeigt er auf niedrigerem Niveau eine gewisse Aufwertungsdynamik. Eine Zinserhöhung trägt dazu bei.

Im Rahmen der Wirtschafts- und Finanzkrise hat der russische Rubel zwar vorübergehend deutlich gegen Euro und Dollar abgewertet. Inzwischen hat der Kurs der Währung allerdings wieder einen großen Teil der damaligen Verluste aufgeholt und zeigt auf niedrigerem Niveau als vor drei Jahren eine gewisse Aufwertungsdynamik.

Die Leitzinserhöhung der russischen Notenbank von bisher 7,75 auf nun acht Prozent hat den Kurs des Rubel am Freitag beflügelt. Der Dollar fiel auf 28,932 Rubel und war damit so günstig wie seit November 2009 nicht mehr. Der Euro verbilligte auf 39,8525 Rubel. „Der Markt hatte eine solche Entscheidung nicht erwartet“, sagte Analyst Anton Nikitin von Renaissance Capital.

Zinserhöhung und hoher Ölpreis machen die Währung interessant

Zusätzliche Unterstützung erhielt die russische Währung Börsianern zufolge von der erfolgreichen Platzierung des ersten Eurobonds am Vortag. Russland hatte Papiere im Volumen von 40 Milliarden Rubel (rund eine Milliarde Euro) am Markt platziert. Die Rendite lag mit 7,85 Prozent unter dem zunächst angepeilten Zins von acht Prozent. Zudem profitiert das Land von den hohen Ölpreisen. Denn sie sorgen bei Ölexportstaaten wie Russland zu sprudelnden Einnahmen, direkt oder indirekt über hohe Steuererlöse.

Sie tragen auch dazu bei, dass das Land im Außenhandel trotz stark steigender Importe Überschüsse erzielen und die Bestände an Devisenreserven auf hohem Niveau halten oder gar wieder steigern kann. Mitte des Monats lagen die Währungs- und Goldreserven des Landes bei 487,4 Milliarden Dollar. Nach einem massiven Rückgang von 600 auf 376 Milliarden Dollar aufgrund von Währungsinterventionen im Jahr 2008 werden sie nun im Rahmen der weltwirtschaftlichen Entwicklung und der steigenden Ölpreise wieder stetig vergrößert.

Ein starke Währung kann inflationäre Tendenzen zu dämpfen

Während die Wachstumsaussichten in Russland vergleichweise verhalten sind, ist der Preisauftrieb (die Produzentenpreise sind im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 19,4 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise sind um 9,6 Prozent gestiegen) vergleichsweise ausgeprägt und auch die Arbeitslosenquote hat zuletzt im Januar auf 7,6 Prozent angezogen. Da die Realzinsen negativ sind, können weitere Zinserhöhungen in Russland nahe liegen, obwohl der Rubel in den vergangenen Jahren gemessen am realen effektiven Wechselkurs im Trend stark aufgewertet hat und obwohl manche Devisenexperten - zum Beispiel jene von Goldman Sachs - ihn für deutlich überbewertet halten.

Starke Überschüsse im Außenhandel aufgrund des hohen Ölpreises jedoch legen zumindest kurzfristig eine weitere Aufwertung nahe. Immerhin dient eine starke Währung auch dazu, inflationäre Tendenzen zu dämpfen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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