Devisenmarkt

Die Stärke der isländischen Krone ist fundamental nachvollziehbar

11.03.2005
, 11:21
Island kombiniert Natur und Wirtschaft
Die Wirtschaft in Island befindet sich auf einem strammen Wachstumskurs. Zusammen mit einem Zinsvorsprung sorgt das für eine feste Landeswährung. Die Krone demonstriert zum Euro und zum Dollar Stärke.
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Island hat nicht nur wunderschöne Landschaften zu bieten, sondern das Land mausert sich auch immer mehr zu einem Ernst zu nehmenden Wirtschaftsstandort. Was die Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt angeht, zeigt man den Ländern der europäischen Union jedenfalls schon seit längerem die Sporen.

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Die gute Verfassung der Konjunktur zusammen mit einem interessanten Zinsniveau resultiert in einer starken Landeswährung. Sowohl zum Euro als auch zum Dollar demonstriert die Krone seit geraumer Zeit Stärke.

Mit Kursen von unter 59 Kronen mußte zuletzt so wenig für einen Dollar bezahlt werden, wie seit mindestens dreizehn Jahren nicht mehr. Und die Notiz von rund 79 Kronen im Verhältnis zum Euro, bedeutet den höchsten Stand seit März 2001. In den vergangenen vier Monaten hat die Krone gegenüber der europäischen Einheitswährung somit um rund zehn Prozent aufgewertet.

Der Chart zeigt die Entwicklung der Parität Island-Krone zum Euro
Der Chart zeigt die Entwicklung der Parität Island-Krone zum Euro Bild:

Zinsphantasie stärkt die Krone

Und geht es nach der Einschätzung der meisten Marktteilnehmer, dann wird Islands Landeswährung ihre Stärke weiter fortschreiben. „Wir glauben, die Rally der Krone kann sich weiter fortsetzen. Zumindest aber dürfte sie sich nicht abschwächen. Schließlich gibt es eine Menge Spekulationen darüber, daß die Notenbank die Notenbank ab Ende des Monats ihre Leitzinsen weiter erhöhen wird“, erklärt Ingvar Arnarson, Analyst bei Islandsbanki Hf.

Die Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhungen haben zuletzt wieder zugenommen, nachdem die Inflationsrate zuletzt weiter auf inzwischen 4,7 Prozent zugenommen hat. Da dies deutlich über der angepeilten Zielmarke von 2,5 Prozent liegt, spricht dies für weitere Zinsanhebungen.

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Seit Mai hat die Zentralbank den Leitzins schon sieben Mal auf aktuell 8,75 Prozent erhöht. Das liegt 675 Basispunkte über dem Leitzinsniveau in der Euro-Zone und das wiederum sorgt dafür, daß in isländischen Kronen denominierte verzinsliche Produkte einen deutlichen Zinsvorsprung aufweisen. Das lockt natürlich Kapital an, das zudem auch durch die robuste Wirtschaft angezogen wird.

Wirtschaft befindet sich auf Wachstumskurs

Von Volkswirten wird der 14 Milliarden Dollar großen Volkswirtschaft in diesem Jahr ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 5,5 Prozent zugetraut. Im Vorjahr betrug die Wachstumsrate sogar 5,8 Prozent. Aber selbst auf dem in diesem Jahr vermutlich etwas tieferen Niveau ist der Vorsprung gegenüber der Eurozone enorm. Die Europäische Zentralbank geht für Euro-Land jedenfalls nur von einem BIP-Plus von 1,6 Prozent aus.

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Kein Wunder also, daß Kapital ins Land strömt. Unter anderem fließt es auch an den Aktienmarkt, wie sich am Aktienindex ICEX15 ablesen läßt. Denn der ist 2004 um 59 Prozent und 2003 um 56 Prozent gestiegen. Island geht es somit momentan in fast allen Belangen gut.

Mittelfristig bleibt zwar abzuwarten, wie stark sich die Zinserhöhungen (bei der Islandsbanki gehen die Volkswirte momentan mit einem Leitzins von zehn Prozent zum Jahresende aus) in der Realwirtschaft bemerkbar machen werden. Fürs Erste wird das die isländische Krone aber vermutlich noch nicht belasten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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