Devisenmarkt

Neuseeland-Dollar auf 30-Jahreshoch

30.05.2011
, 13:33
Neben dem Schweizer Franken und dem Yen gehörte der Neuseeland-Dollar in den vergangenen Monaten zu den stärksten Währungen weltweit. Der Kurs erholte sich vom Ausverkauf im ersten Quartal. Die Währung profitiert von den hohen Agrarpreisen.
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Neben dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen gehörte der Neuseeland-Dollar in den vergangenen Monaten zu den stärksten Währungen weltweit.

Er wertete seit Anfang April gegen den Euro um etwas mehr als sechs Prozent auf und gegen den amerikanischen Dollar sogar um 6,7 Prozent auf bis zu 82,28 amerikanischen Cents je Kiwi-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit etwa 30 Jahren.

Währung erholt sich vom Ausverkauf der ersten drei Monate

Diese Entwicklung ist einerseits wenig erstaunlich, da die Währung Neuseelands in den ersten drei Monaten des Jahres nach dem Erdbeben und einer relativ schwachen wirtschaftlichen Entwicklung mit schwindender Zinsphantasie in Zusammenhang gebracht und an den Märkten verkauft wurde. Aus diesem Grund waren im März im professionellen Handel bis zu 1,9533 Einheiten der Währung nötig, um einen Euro erwerben zu können. Im Januar hatte der Kurs unter 1,7 Neuseeland-Dollar je Euro gelegen.

Bild: F.A.Z.

Auch gegen die amerikanische Währung gab der Kurs von 79,6 amerikanischen Cents auf bis zu 71,7 amerikanischen Cents je Neuseeland-Dollar nach. Tatsächlich antizipierte und reagierte der Markt auf diese Weise auf eine Leitzinssenkung um einen halben Prozentpunkt auf 2,5 Prozent, die Ende Januar tatsächlich durchgeführt wurde. Er rechnete die längste Zeit mit einer weiteren geldpolitischen Lockerung. Auf dieser Basis kann alleine schon eine technische Erholung wenig überraschen.

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Auf der anderen Seite jedoch blieb das absolute Zinsniveau in Neuseeland im internationalen Vergleich hoch. Der Drei-Monatszins lag in Neuseeland in den vergangenen Monaten zwischen 4,8 und 5,3 Prozent. Es zog in einem Umfeld, das sich durch anhaltend hohen Risikoappetit auszeichnete, ausländische Anleger auf der Suche nach Rendite an. Die so genannten Carry-Trades trugen in den vergangenen Wochen maßgeblich zur Erholung und zur weiteren Aufwertung der Währung Neuseelands bei.

Neuerdings wird die Kursentwicklung argumentativ durch die Entwicklung der Handelsbilanz des Landes unterstützt. Denn der Exportwert des Landes fiel im April mit 4,65 Milliarden Dollar in Landeswährung deutlich höher als erwartet aus, während der Importwert mit 3,7 Milliarden Dollar etwas geringer ausfiel. Diese Kombination führte zu einem Rekordüberschuss auf Monatsbasis von rund 1,1 Milliarden Dollar. Ökonomen machen dafür die starke Nachfrage nach Milch, Fleisch und Holz aus Asien verantwortlich.

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Hohe Agrarpreise führen zu einem hohen Außenhandelsüberschuss

Der zunehmende Wohlstand in Asien werde zu einem langfristigen Trend dieser Art führen und Neuseeland davon profitieren lassen, heißt es gemeinhin. Fakt ist jedoch, dass solche Thesen in den vergangenen Jahren immer mehr Anleger in die Rohstoffmärkte gezogen und zu einem beachtlichen Preisauftrieb im Agrarsektor geführt haben. So führen alleine schon die hohen Preise dazu, dass die Exportwerte, die sich aus Mengen- und Preisentwicklung zusammen setzen, aus diesem Grund steigen. Ob die bewegten Mengen sich ebenso stark verändert haben, ist eine andere Frage.

Längst haben die Exportpreise in Ozeanien und Europa etwa für Butter und Milchpulver wieder die Rekordniveaus der Jahre 2007 und 2008 erreicht, auf die sie im Rahmen der Vorkrisen-Liquiditäts- und -spekulationshausse getrieben worden waren. Angesichts der sehr hohen Preise für Mais, Weizen, Soja und der wieder intensiver werdenden Spekulationen auf einen weiteren Preisauftrieb, dürfte der Auftrieb auch in diesem Bereich auf Sicht andauern. Schließlich müssen zumindest für die Produktion von Milch und Fleisch teure Energie- und Futtermittel verwendet werden.

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Im Rahmen dieser Entwicklung ist einer weitere Aufwertung des Neuseeland-Dollars denkbar. Allerdings warnt Neuseelands Premierminister John Key jetzt schon vor den negativen Folgen der teuren Währung für die Exportwirtschaft.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @cri
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