Heizöl

Hoher Preis lässt viele Kunden zögern

Von Tim Höfinghoff
05.12.2011
, 17:40
Heizöl ist so teuer wie seit drei Jahren nicht mehr. Daher schrecken viele Hausbesitzer vor Bestellungen zurück. Härter trifft es die Mieter: Ihnen drohen Nachzahlungen.
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Verbraucher müssen sich auf weiter steigende Heizölpreise einstellen. "Die Preise sind bereits seit Wochen auf einem sehr hohen Niveau", sagt Rainer Wiek vom Hamburger Energie-Informationsdienst EID. "Im bundesweiten Durchschnitt müssen rund 90 Euro je 100 Liter Heizöl für eine 3000-Liter-Lieferung gezahlt werden."

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Damit ist der Rohstoff zu Beginn des Winters so teuer wie seit etwa drei Jahren nicht mehr. Mitte des Jahres 2008 war der Heizölpreis in die Nähe der 100-Euro-Marke gestiegen. Die Heizölpreise liegen bereits das ganze Jahr auf einem weit höheren Niveau als im Vorjahr. Mietern drohen damit im kommenden Jahr erhebliche Nachzahlungen bei den Heizkosten. Auch die Benzin- und Dieselpreise liegen auf hohem Niveau.

Hohe Nachfrage, geringe Bestände

Dass die Heizölpreise weiter anziehen, hat nach Angaben des EID primär mit der steigenden Nachfrage in der kalten Jahreszeit zu tun. "Auf der Nordhalbkugel sinken die Temperaturen, das Angebot an Heizöl wird in Europa knapper", sagt Wiek. Es gebe Engpässe bei manchen Raffinerien, dies sorge für den Preisauftrieb.

Wieks Angaben zufolge sind die Heizöltanks der Verbraucher hierzulande nur sehr wenig gefüllt. Rund ein Drittel der Haushalte in Deutschland nutzt Heizöl. "Viele Menschen haben wegen der hohen Preise abgewartet mit dem Nachfüllen", sagt Wiek, „nun sind sie aber in einem Dilemma, weil die Temperaturen sinken und die Preise weiter steigen."

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Preisvergleiche nutzen

Anders als Erdgasnutzer, die automatisch mit dem Rohstoff versorgt werden und sich nicht selbst um die Beschaffung kümmern müssen, können Heizölkunden selbst entscheiden, wann sie ihren Tank auffüllen. Die Preise variieren nach Region (siehe Grafik), es gibt auch erhebliche Preisausschläge in kurzer Zeit: "Unterschiede von rund 8 Euro je 100 Liter Heizöl innerhalb einer Woche sind keine Seltenheit", sagt Wiek.

Bild: F.A.Z.

Daher lautet der Rat an Verbraucher: Sich gründlich zu informieren, zum Beispiel über Heizöl-Preisportale im Internet. Wie bei anderen Energieträgern verlangen verschiedene Anbieter auch beim Heizöl unterschiedliche Preise. Einkaufsgemeinschaften können helfen, einen günstigen Preis zu erzielen. "Wer größere Mengen an Heizöl abnehmen kann, zahlt natürlich auch weniger", sagt Wiek.

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Libyen sorgte 2011 für Rekordpreise

Maßgeblich für die Entwicklung des Heizölpreises ist der Ölpreis. Viele Heizölkunden hatten sich auch deshalb mit dem Nachfüllen ihrer Tanks Zeit gelassen. Sie gingen davon aus, dass wegen der Schuldenkrise und den Konjunktursorgen die Energienachfrage abnehmen wird und damit auch die Ölpreise zum Jahresende sinken. Doch die Ölpreise haben zuletzt zugelegt.

Nach Angaben des EID wird 2011 das erste Jahr sein, in dem der durchschnittliche Rohölpreis über 100 Dollar je Barrel (je 159 Liter) liegt. Der Preisanstieg des Rohöls in diesem Jahr hat nicht nur mit der erhöhten Nachfrage aus den Schwellenländern zu tun, sondern auch damit, dass das ölreiche Libyen in den vergangenen Monaten wegen des Bürgerkrieges als wichtiger Lieferant zeitweise ausgefallen war. Libyen ist ein wichtiger Ölanbieter für Europa. Zudem fiel die Förderung außerhalb der Opec-Länder geringer aus als erwartet. Hinzu kamen zuletzt die politischen Spannungen mit dem Iran. Das Land ist der fünftgrößte Ölexporteur auf der Welt.

Für Heizölkunden in Deutschland ist ebenso entscheidend, wie sich der Dollarkurs verhält, denn der Ölpreis wird in Dollar gehandelt. Die Kunden zahlen hierzulande ihre Rechnung aber in Euro. Wenn die europäische Gemeinschaftswährung wie in den vergangenen Tagen gegenüber dem Dollar an Wert verliert, wird die Heizölrechnung entsprechend höher ausfallen.

Quelle: F.A.Z.
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