Rohstoffe

Preis für Rohzucker erhält Auftrieb durch hohen Ölpreis

28.10.2005
, 13:43
Der Preis für Zucker ist im Oktober auf den höchsten Stand seit fast acht Jahren geklettert. Zucker dürfte sich weiter verteuern, wenn Brasilien einen größeren Teil seines Rohzuckers für die Ethanolproduktion einsetzt.
ANZEIGE

Der Preis für Zucker ist im Oktober auf den höchsten Stand seit fast acht Jahren geklettert. Und Zucker dürfte sich weiter verteuern, denn der hohe Ölpreis führt dazu, daß Brasilien einen größeren Teil seines Rohzuckers für die Ethanolproduktion einsetzt. Brasilien ist der weltweit größte Zuckerproduzent und Exporteur, ein Fünftel der Weltproduktion kommt aus Brasilien.

ANZEIGE

Die erhöhte Nachfrage nach Ethanol als Alternative für Benzin könnte die brasilianischen Exporteure daran hindern, die weltweite Zuckernachfrage zu bedienen. Dadurch dürften die Lagerbestände das dritte Jahr in Folge weiter fallen. Dies teilte der zuckerwirtschaftliche Verlag F.O. Licht aus Ratzeburg am Freitag mit.

Spekulative Anleger sind scharf auf steigende Preise

Hedge Fonds und andere spekulative Anleger haben im September rekordhohe Long-Postionen in Zucker-Terminkontrakten, die an der New Yorker Terminbörse gehandelt werden, aufgebaut. Sie setzen auf steigende Zuckerpreise, da sie davon ausgehen, daß durch die Schäden der texanischen Ölindustrie infolge des Hurrikans „Katrina“ die Nachfrage nach alternativen Kraftstoffen anhält.

Zuckerernte in Kuba
Zuckerernte in Kuba Bild: AP

„Der hohe Rohölpreis, der durch „Katrina“ und „Rita“ noch weiter in die Höhe getrieben wurde, dürfte die steigende Nachfrage der Ethanolindustrie nach Zuckerrohr aus Brasilien noch gestärkt haben“, teilt F.O. Licht mit. „Dies wiederum hat das Interesse der Spekulanten erhöht, die umfangreiche Nettokaufpositionen aufgebaut haben.“

ANZEIGE

Die im März fälligen Rohzucker-Kontrakte notierten am Donnerstag unverändert bei 11,78 Cent je Pfund oder umgerechnet 0,453 Kilogramm an der New Yorker Rohstoffbörse. Am 11. Oktober erreichten sie 11,84 Cent, das war der höchste Schlußkurs seit Januar 1998. Der Preis ist seit Jahresbeginn um 30 Prozent gestiegen und setzt damit die Rally des Vorjahres fort, als sich Zucker um 59 Prozent verteuerte.

Lagerbestände nehmen ab

„Aufgrund der drastisch gestiegenen Energiepreise könnte jegliches Wirtschaftswachstum im Jahr 2006 zum Stillstand kommen, gleichzeitig dürfte Zucker aber deutlich teuerer sein als in den Vorjahren“, schreiben die Marktbeobachter von F.O. Licht in ihrem Bericht.

ANZEIGE

Einige Rohstoffhändler richten bereits ihre Strategien darauf aus, inwieweit „brasilianische Zuckerexporte hinter der Nachfrage zurückbleiben werden, wodurch die Preise dauerhaft steigen könnten“, so Licht. „Vor dem Hintergrund, daß die EU-Zuckerexporte deutlich zurückgehen werden und ein Teil der Angebotslücke von Brasilien gedeckt werden muß, wird dieser Gedanke immer realistischer.“

F.O. Licht schätzt, daß die weltweite Produktion von Rohzucker Ende September 2006 bei 148,86 Millionen Tonnen liegt. Die Nachfrage dürfte 1,6 Prozent auf 147,26 Millionen Tonnen zulegen. Die Lagerbestände entsprechen 41 Prozent der jährlichen Nachfrage weltweit, vor drei Jahren lag dieser Wert noch bei 49 Prozent.

Quelle: Bloomberg
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
ANZEIGE