Hacker

Krypto-Diebstähle steuern Rekordniveau an

Von Martin Hock
28.07.2021
, 15:29
Kryptowährungen: Immer wieder gern genommen, auch geklaut.
Kryptowährungen sind bei einigen wegen des einfachen Umgangs beliebt. Aber auch bei Dieben und Hackern.

Unbekannte haben einem Mann aus Bergisch Gladbach (NRW) Kryptowährung im Wert von 390.000 Euro gestohlen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, erstattete der 34-Jährige Anzeige und gab an, die Täter hätten sich vor wenigen Wochen Zugriff zu seinem Kryptowährungskonto verschafft. Wie genau den Tätern der Diebstahl gelang, konnte die Polizei am Mittwoch nicht sagen.

Der Diebstahl von Kryptowährungen hat sich zu einem beliebten Hacker-Sport entwickelt. Nach vom chinesischen Blockchain-Sicherheits-Unternehmens Slowmist gesammelten Daten haben Hacker seit 2012 bis heute nicht weniger als 1,2 Billionen Dollar durch Blockchain-Hacks erbeutet.

Allerdings sind die Zahlen etwas durch den Angriff auf ein Token namens PolyYeld verzerrt, der in der Nacht zum Mittwoch stattfand. Dabei kaperten Hacker den Projektkontrakt, stellten 4,9 Milliarden Token her und warfen diese auf den Markt. Der Tokenpreis stürzte daraufhin von rund 26 Dollar auf zuletzt 0,0000114171 amerikanische Cents ab. Zum Preis von 26 Dollar waren die 4,9 Milliarden Token noch 127 Milliarden Dollar wert.

Die Zahl der Diebstähle ist deutlich gestiegen. Seit 2018 sind die Zahlen aussagekräftig. Wurden 2020 noch 122 Diebstähle und damit etwas weniger als 2019 gezählt, so waren es in diesem Jahr schon 109.

Dabei haben vor allem Angriffe auf Apps, die auf der Ethereum Blockchain basieren, enorm an Bedeutung gewonnen. Entfielen 2018 darauf noch 5 Prozent, waren es 2020 schon 39 und in diesem Jahr mehr als 60 Prozent.

Beliebt ist dabei unter anderem der Missbrauch von „Lightning Loans“. Das sind Kredite, die automatisch rückabgewickelt werden, wenn der Kreditnehmer diesen am Ende der Laufzeit nicht tilgt. Sie dienten ursprünglich dazu, kreditfinanzierte Krypto-Spekulationen zu tätigen und galten als risikolos. Doch immer wieder gelingt es Hackern, den Rückabwicklungsmechanismus zu blockieren.

Deutlich angestiegen ist auch das Hacking von Wallets, in denen Kryptowährungen verwahrt werden. In diesem Jahr war dies schon mehr als jeder vierte Fall, nach 6 Prozent im Jahr 2019.

So hatte T-Mobile jüngst wegen eines SIM-Kartenbetrugs Klage eingereicht, bei dem einem Kunden 55.000 Dollar oder 1,63 Bitcoin entwendet wurden. Beim sogenannten SIM-Karten-Swap verschaffen sich die Angreifer personenbezogene Daten. Mit diesen wird eine Ersatz-Karte bestellt, und darüber Passworte zurückgesetzt.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Hock, Martin
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
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