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Girokarte profitiert

Kontaktlos zahlen wird immer beliebter

Von Markus Frühauf
 - 16:08
Bezahlterminal an einer Supermarktkasse

Die Deutschen verlieren ihre Scheu vor modernen Zahlungstechnologien. Das zeigt die Jahresbilanz der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), des Dachverbands der Banken und Sparkassen, zum Einsatz der Girokarte. Sie hieß noch vor Jahren EC-Karte und ist die beliebteste Zahlkarte weit vor der Kreditkarte hierzulande.

Denn das kontaktlose Zahlen, bei dem die Karteninhaber nur kurz die Karte oder das Smartphone an ein Lesegerät halten, hat im vergangenen Jahr sprunghaft zugenommen. Lag der Anteil kontaktloser Zahlvorgänge an den Girokarten-Transaktionen im Januar 2019 noch bei 19 Prozent, waren es im Dezember schon 35,7 Prozent.

Inzwischen sind nach Angaben der DK 75 Millionen der insgesamt 100 Millionen Girokarten mit der Kontaktlos-Funktion ausgestattet. Insgesamt hatten Girokarten bislang einen Anteil von 30 Prozent, wenn dazu die Pin-Nummer eingegeben werden musste. Mit dem elektronischen Lastschriftverfahren, für das der Kunde seine Girokarte zwar einsetzt, die Transaktion aber außerhalb des Girokartensystems abgewickelt wird, kommen noch einmal 10 Prozent hinzu.

Die Kreditkarten folgen im Jahr 2018 nach einer Studie des EHI Retail Institutes, des Forschungs- und Bildungsinstituts des Handels, mit knapp 7 Prozent. Schon damals überholten erstmals die mit Karte bezahlten Umsätze im Einzelhandel die Bargeld-Umsätze. Auf Karten entfielen 48,6 Prozent und auf Bargeld 48,3 Prozent. Mit der Ausbreitung des kontaktlosen Zahlens kann sich dieses weiter zur Girokarte verschieben. Im vergangenen Jahr erhöhten sich die über die Girokarten abgewickelten Bezahlvorgänge um 19 Prozent auf den Rekord von 4,5 Milliarden. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 211 Milliarden Euro.

Mittlerweile zahlen die Deutschen verstärkt auch Kleinbeträge mit der Karte. Der Durchschnittsbetrag der Zahlungen per Girokarte ging von 49,39 auf 46,86 Euro zurück. Kleinere Transaktionen werden häufig kontaktlos beglichen. Der Durchschnittsbetrag belief sich auf 33,93 Euro. Für die Kunden sei es offensichtlich unerheblich, ob sie, wie bei Beträgen unter 25 Euro üblich, ohne Pin-Eingabe oder mit Eingabe der Pin bei Beträgen über 25 Euro einkauften. „Kontaktlos wird mehr und mehr zur Realität“, heißt es in der Mitteilung der DK.

Als kontaktbehaftet gelten Bezahlungen, bei denen Girokarten in eine Lesegerät geschoben und per Pin verifiziert werden. Wird nur die Karte vorgehalten und bei Beträgen über 25 Euro eine Pin-Eingabe nötig, gelten sie als kontaktlos.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Frühauf, Markus
Markus Frühauf
Redakteur in der Wirtschaft.
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