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Ozeanplastik für die Kreditkarte

Von Rüdiger Köhn, München
25.07.2021
, 11:01
Genau solche Anblicke sollen in Zukunft vermieden werden, die Zeit des Chip-Zerschneidens vielleicht vorbei. Dafür eine Art Rücknahmesystem?
Zunehmend steigen Banken auf Kreditkarten aus wiederverwertetem Plastik um. Ein Werbegag oder ein fadenscheiniger Weg, um sich als Umweltschützer zu präsentieren?

Bislang hat es immer geheißen, die abgelaufene Kreditkarte zerschneiden, Chip entfernen und ab in den Mülleimer. Diese Empfehlung ist seit jeher äußerst grenzwertig ge­wesen. Denn wegen der Plastikfolie aus PVC, des elektronischen Teils und der verbauten Mini-Antenne ist sie Sondermüll und muss entsprechend entsorgt werden. Ein sorgloser Umgang könnte über kurz oder lang der Vergangenheit angehören. Denn die 8,5 mal 5,5 Zentimeter kleine Plastikkarte soll aus umweltfreundlichem Material hergestellt werden; es wird gar ein Rücknahmesystem angedacht.

Diese Woche hat die Consors Finanz mitgeteilt, auf umweltfreundliche Kreditkarten umzustellen, die zu 100 Prozent aus wiederverwertetem Kunststoff be­ste­hen. Das sei Bestandteil der gruppenweiten Nachhaltigkeitsstrategie des französischen Mutterkonzerns BNP Paribas. Seit vergangenem Februar bietet die zur italienischen Unicredit gehörende Münch­ner Hypovereinsbank gar plastikfreie De­bitkarten an, die aus Polymilchsäure, einem Bioplastik, bestehen. Die spanische Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) verteilt seit Juni eine Karte, die aus komplett recyceltem PVC besteht.

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Quelle: F.A.Z.
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Rüdiger Köhn
Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.
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