Digitalgeld

Frankreichs Notenbank gelingt wichtiger Test

Von Markus Frühauf und Niklas Záboji
19.10.2021
, 17:54
Frankreichs Notenbank experimentiert mit Digitalwährungen.
Die Entwicklung beim Digitalgeld kommt voran. In Frankreich ging nun ein zehnmonatiges Experiment zu Ende. Doch einige Fragen sind immer noch unbeantwortet.
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Die Notenbanken intensivieren ihre Bemühungen für digitales Zentralbankgeld und kommen dabei voran. In erster Reihe befindet sich die französische Nationalbank Banque de France (BdF), die verstärkt mit elek­tronischen Zahlungsmitteln und -wegen experimentiert.

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Nach einem Bericht der britischen Tageszeitung Financial Times wurden im Rahmen eines zehnmonatigen Pilotprojekts Anleihetransaktionen mit einer solchen Währung durchgeführt. Unterstützung erfuhr die BdF demnach vom Wertpapierabwickler Euroclear, genutzt wurde ein System, das vom amerikanischen Technologiekonzern IBM entwickelt wurde.

An dem rund zehn Monate dauernden Experiment sollen rund 500 Finanzinstitutionen teilgenommen haben, darunter Unternehmen wie die französischen Großbanken BNP Paribas, Crédit Agricole und Société Générale, aber auch die britische Bank HSBC und die für die Emission von französischen Staatsanleihen zuständige Finanzagentur.

Sie handelten dem Bericht zufolge mit Staatsanleihen und Sicherheitstoken und wickelten die Käufe und Verkäufe über eine von der Zentralbank bereitgestellte Digitalwährung ab. Dabei wurden beispielsweise neue Anleihen platziert oder Pensionsgeschäfte getätigt. Ein Sprecher der BdF bestätigte die Durchführung des Experiments.

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Noch einmal zwei bis drei Jahre nötig

Frankreichs Notenbank arbeitet schon seit geraumer Zeit zusammen mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) an der Entwicklung von digitalem Zentralbankgeld. Die in Basel ansässige BIZ verwaltet für die Zentralbanken Devisenreserven und dient als geldpolitische Denkfabrik. Das Innovationszentrum der BIZ leitet Benoît Cœuré, bis Ende 2019 Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB).

Der Franzose hat vor Kurzem die Notenbanken zu mehr Eile in der Entwicklung von digitalem Zentralbankgeld ermahnt angesichts der privaten Konkurrenz durch Bitcoin oder Facebook. Auch die EZB beschäftigt sich mit dem digitalen Euro. Im Juli wurde ein zweijähriges Entwicklungsprojekt beschlossen, für die noch nicht feststehende Einführung wären noch einmal zwei bis drei Jahre nötig.

Unter der Schirmherrschaft der BIZ haben die Banque de France und die Schweizerische Nationalbank schon mehrere Tests für digitales Zentralbankgeld durchgeführt. Diese bezogen sich so wie der jüngste in Frankreich meist auf Großüberweisungssysteme der Banken im Wertpapierhandel. Offen ist noch immer, wie digitales Zentralbankgeld an Privatpersonen vertrieben werden soll und welche Vorteile diese damit haben sollen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Frühauf, Markus
Markus Frühauf
Redakteur in der Wirtschaft.
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Niklas Záboji
Wirtschaftskorrespondent in Paris
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