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Teslas Aktienkurs

Musks Prognosen geben Teslas Aktienkurs weiteren Auftrieb

Von Martin Hock
 - 14:01

Hauptversammlungen gehen meist am Aktienmarkt eher ereignislos vorüber, wenn es nicht gerade bei der Entlastung des Vorstands für diesen ein kalte Dusche gibt, wie zuletzt etwa für das Management von Bayer oder der UBS.

Seltener bewirken die aufrüttelnden Reden der Vorstände eine Bewegung des Kurses. Es sei denn, es handelt sich um einen illustren Vorstand wie Tesla-Chef Elon Musk. Nach dessen Äußerungen auf der jüngsten Hauptversammlung legte der Aktienkurs des E-Auto-Bauers im nachbörslichen Handel um rund vier Prozent zu und auch in Deutschland steht am Mittwoch ein Plus von 2,5 Prozent zu Buche.

Musk sagte, er rechne nicht nur mit Rekordauslieferungen, Tesla sei vielmehr auf dem Weg, das Produktionsziel bis Jahresende zu erreichen. Im zweiten Quartal erwarte er die Auslieferung von bis zu 100.000 Fahrzeugen. Die Verkäufe hätten das Produktionsvolumen weit übertroffen und die meisten Bestellungen kämen von Neukunden. Es gebe kein Nachfrageproblem. Just dies hatte Anleger besorgt, nachdem Tesla im ersten Quartal nur 63.000 Fahrzeuge hatte ausliefern können. Zuletzt heiße es auch, die Nachfrage aus China sei gut.

Die jüngsten Äußerungen Musks passen in die Gerüchtelage der vergangenen Wochen, die den Aktienkurs, der seit Mitte Dezember um die Hälfte gefallen war, zu Monatsbeginn hatten drehen lassen. Einige Analysten und Medien hatten optimistische Schätzungen zu Auslieferungen abgegeben und mit jeder stieg der Kurs. Mittlerweile ist ein Plus von mehr als 20 Prozent daraus geworden und der Kurs steht wieder da, wo er zuletzt Mitte Mai gestanden hatte.

Ende 2020 soll die Massenproduktion des Model Y beginnen, mit einer Autofabrik auf jedem Kontinent, so Musk. Möglicherweise steige man auch in die Rohstoffförderung ein. Und noch weiter gehen die Versprechen und Pläne: Im kommenden Jahr soll eine Million selbstfahrender Fahrzeuge auf den Straßen sein, auch wenn es dafür noch der Zustimmung der Verkehrsbehörden bedürfe. Negative Berichterstattung nannte er die „irrste Desinformationskampagne, die er je gesehen habe“

Doch selbst wenn Tesla wirklich entsprechende Auslieferungs- und Produktionszahlen wird vorweisen können, bleibt das Problem der Profitabilität, besser des Mangels daran. Es sei schwer, bei so starkem Wachstum profitabel zu sein, sagte Musk selbst, der damit im Grunde vorwegzunehmen scheint, dass man Gewinne nicht erwarten sollte. Positive Mittelzuflüsse werde man jedoch erwirtschaften. Man könne das Wachstum verlangsamen, sagte Musk weiter, aber das sei für Nachhaltigkeit und das Anliegen der E-Fahrzeuge nicht gut. Angesichts der aggressiven Wachstumsstrategie steht aber auch in diesem Sinne zu hoffen, dass Tesla den Bogen nicht überspannt. Jedenfalls scheint die Priorität auf Wachstum zu liegen. Nicht zuletzt winken dem Vertriebspersonal hohe Boni, wenn sie im Juni das Auslieferungsziel von 33.000 Fahrzeugen erreichen, berichtet die auf Nachrichten von E-Fahrzeugen und Tesla spezialisierte Internet-Seite Electrek.

Aber an der Expansionsstrategie gibt es Zweifel. Der hohe Anteil Chinas am Automarkt und dessen über zehn Jahre hinweg ungebrochenes Wachstum habe hohe Investitionen der in China aktiven Hersteller ausgelöst und zu deutlichen Überkapazitäten geführt, sagt der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Davon besonders betroffen seien zunächst General Motors, Ford - und Tesla.

Musk will dagegen weiter investieren. China sei groß, da seien weitere Fabriken (neben einer “Gigafactory” in Schanghai für 500.000 Fahrzeuge je Jahr) sinnvoll, um Logistikkosten zu reduzieren. Man müsse rasch wachsen, um mehr Mittel für Investitionen zu generieren. Immerhin sind neue Fabriken in China nicht in nächster Zeit geplant. „Wir können nicht so schnell Geld ausgeben, wissen Sie, sonst geht es uns aus“, wird Musk zitiert. Wie wahr, wie wahr.

Quelle: FAZ.NET
Martin Hock
Redakteur in der Wirtschaft.
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