Eurex

Optionsverkauf kann die Rendite steigern

24.07.2001
, 22:26
Der Verkauf von Optionen kann interessant sein
An der Eurex lassen sich Optionen nicht nur kaufen, sondern auch verkaufen. Geschickt eingesetzt, kann ein Anleger davon profitieren.
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Das Interessante oder auch Gefährliche - je nach Standpunkt - ist die Tatsache, dass ein Anleger an der Eurex nicht nur Optionen kaufen kann, sondern auch verkaufen. Er gibt damit praktisch dem Käufer die Zusicherung, ihm Aktien zu einem bestimmten Kurs abzukaufen oder abzugeben, wenn er auf seinem Wahlrecht besteht. Für dieses Wahlrecht erhält der Verkäufer eine entsprechende Prämie.

Das kann unter bestimmte Marktsituationen reizvoll sein. Angenommen, der Kurs der DaimlerChrysleraktie ist innerhalb kurzer Zeit stark angestiegen auf 64,70 Euro und die Volatilität ist entsprechend hoch. Geht Anleger Hempel davon aus, dass der Kurs nicht mehr weiter steigen wird, sondern eher leicht fallen, dann kann er eine Kaufoption (Call) zum Beispiel mit dem Ausübungspreis 65 Euro verkaufen. Er kassiert die Prämie ohne Gegenleistung, wenn die Aktie bei Verfall des Kontraktes unter dieser Grenze liegt.

Die Zeit für sich laufen lassen

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Beruhigt sich der Markt und sinkt die Aktie gleichzeitig leicht, so gewinnt er doppelt: die Volatilität sinkt, so dass er die verkaufte Option im Falle eines Falles günstiger zurückkaufen könnte, als er sie verkauft hat. Gleichzeitig läuft die Zeit für ihn: denn hat ein Optionskäufer den Zeitwertverfall gegen sich laufen, so profitiert der Verkäufer davon. Er kann einfach abwarten und die Zeit für sich arbeiten lassen.

Allerdings ist diese angenehme Lage natürlich nicht ohne entsprechendes Risiko zu haben. Umsonst gibt es am Kapitalmarkt nie etwas. So hat Hempel natürlich damit zu rechnen, dass die Aktie über die 65 Euro steigt und auch bei Verfall dort liegt. Dann hat er ein Problem. Entweder er muss die verkaufte Option teurer zurückkaufen, als er sie verkauft hat - oder er muss dem Käufer der Option Aktien zu 65 Euro liefern, obwohl er sie im Markt wesentlich teurer einkaufen muss. In beiden Fällen macht er einen Verlust. Der kann bei stark steigenden Aktienkursen ganz schön ins Geld gehen.

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Insgesamt ist also der Verkauf von Optionen nur für den ratsam, der die Bewegung des Marktes ziemlich genau einschätzen kann und der vor allem auch über genügend Mittel in der Hinterhand hat, um mögliche Verluste tragen zu können.

Verkauf eines gedeckten Calls

Das ist die eine Seite. Anders sieht die Situation aus, wenn er die Daimler-Aktie in seinem Depot liegen hat. Sagen wir, wer hat das Papier bei 54 Euro gekauft und hatte sich beim Kauf schon vorgenommen, es mit einem Gewinn von 20 Prozent zu verkaufen. Kombiniert er jetzt diese Position mit dem Verkauf des Calls, so erreicht er zwei Ziele: Erstens nimmt er die Prämie für die Option ein und verbessert damit seine Gesamtrendite. Zweitens wird er automatisch seine Aktie los, wenn sie bei Verfall der Option über dem Ausübungspreis liegt. Sollte sie wider Erwarten doch unter den 65 Euro liegen, so wird der Call wertlos verfallen. Hempel kann dann das Spiel wiederholen und so vom Verfall des Zeitwertes bei Optionen profitieren.

Hat der die Aktie schließlich verkauft, kann er das Spiel umdrehen. Er verkauft Puts auf die Aktie, die er gerne im Depot haben möchte. Die Wahl des Ausübungspreises bestimmt das Niveau seines potenziellen Einstiegs. Liegt das Papier am Ende der Laufzeit unter dem gewählten Niveau, so wird ihm der „Put-Käufer“ die Aktie andienen und er hat sie automatisch im Portfolio. Auf diese Art und Weise bewirtschaften professionelle Anleger ihre Depots und erzielen nebenbei eine Zusatzrendite.

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Quelle: @cri
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