FAZ plus ArtikelImmobilienkrisen

Evergrande droht überall

EIN KOMMENTAR Von Dennis Kremer
25.09.2021
, 08:31
Das Schicksal des Immobilienkonzerns Evergrande beschäftigte in dieser Woche die Börsen.
Die Schieflage von Evergrande hält China und die Welt in Atem. Warum Immobilienkrisen so gefährlich sind.

Das Drama um den chinesischen Konzern Evergrande erhält auch deswegen so viel Aufmerksamkeit, weil es dabei um etwas geht, was vielen Menschen sehr wichtig ist: das eigene Heim. Das Unternehmen ist Chinas bedeutendster Im­mobilienkonzern, seit den 1990er-Jahren hat Evergrande Jahr für Jahr 600.000 neue Apartments gebaut. Mehr als eine Million Chinesen warten derzeit darauf, dass das angeschlagene Unternehmen ihre Wohnungen fertigstellt. Man könnte auch sagen: Viele von ihnen bangen um ihre Zukunft. Denn in China ist Vorkasse üblich. Wird das eigene Haus oder die eigene Wohnung nicht fertig und besteht keine Aussicht, das Geld zurückzuerhalten, dürfte das wirtschaftliche Überleben vieler auf dem Spiel stehen.

Das verdeutlicht: Krisen auf dem Häusermarkt sind anders als andere Krisen. Sie sind im Wortsinne existenzieller, weil sie nicht nur das finanzielle Wohlergehen der Menschen, sondern auch ihre Träume be­treffen. Den Traum von der eigenen Immobilie haben viele auf der ganzen Welt. Häuser oder Wohnungen sind deshalb niemals bloß nüchterne Geldanlagen. Sie sind ein Schutzraum für die Familie und vermitteln ihren Bewohnern im besten Fall das Gefühl von Solidität und Sicherheit, auch in finanzieller Hinsicht.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Kremer, Dennis
Dennis Kremer
Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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