EZB-Direktorin

Schnabel warnt vor verfrühter Straffung der Geldpolitik

13.09.2021
, 15:56
EZB-Direktorin Isabel Schnabel
Der Inflationsanstieg wird sich ihrer Ansicht nach wieder abschwächen. Sie beruft sich auf die niedrigen Erwartungen zur Teuerung am Finanzmarkt.

EZB-Direktorin Isabel Schnabel hat vor den Folgen einer voreiligen Reaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die erhöhte Inflation gewarnt. „Eine verfrühte Straffung der Geldpolitik in Reaktion auf einen vorübergehenden Inflationsanstieg wäre Gift für den derzeitigen Aufschwung und würde gerade denen noch mehr schaden, die auch unter dem jetzigen Inflationsanstieg leiden“, erklärte sie am Montag anlässlich des Baden-Badener Unternehmergesprächs. Im August lag die Inflation im Euroraum bei drei Prozent und damit deutlich über der Marke von zwei Prozent, die die EZB mittelfristig anstrebt.

„Eine permanent übermäßig hohe Inflation, wie sie von manchen befürchtet wird, halten wir im Euroraum allerdings aufgrund der weiterhin niedrigen Inflationserwartungen für sehr unwahrscheinlich“, ergänzte Schnabel. Aller Voraussicht nach werde sich der Preisauftrieb im kommenden Jahr wieder spürbar abschwächen. Die Ökonomen der EZB gehen in ihrer jüngsten Prognose davon aus, dass die Inflationsrate dieses Jahr 2,2 Prozent erreichen wird. Für 2022 erwarten sie eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent und für 2023 von 1,5 Prozent.

Die EZB hatte jüngst angesichts der Konjunkturerholung im Euro-Raum beschlossen, das Tempo ihrer großangelegten Notfall-Anleihenkäufe moderat zu verringern. Die Käufe im Rahmen des Krisen-Anleihenkaufprogramms PEPP sollen noch bis mindestens Ende März 2022 fortgesetzt werden.

Quelle: Reuters
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