Basiswissen Optionsscheine

Exotische Optionsscheine

07.05.2008
, 00:15
Optionsscheine gibt es in vielen verschiedenen Ausprägungen. Hier finden Sie Informationen zu den gängigsten „Exoten".
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Optionsscheine gibt es in vielen verschiedenen Ausprägungen. Hier finden Sie Informationen zu den gängigsten „Exoten“.

Best-Of-Warrant

Diese Art von Optionsschein besitzt mehrere Basiswerte mit festen Basispreisen. Zum Laufzeitende ist der Besitzer berechtigt, den Basiswert, der während der Laufzeit die beste (beim Put: die schlechteste) Performance erzielt hat, zu beziehen (Best-Of-Call) oder zu verkaufen (Best-Of-Put).

Cliquet-Optionsscheine

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Bei Cliquet-Optionsscheinen wird zu festgelegten Zeitpunkten der Basispreis des Optionsscheins an die aktuelle Marktentwicklung angepasst. Ein zu diesem Zeitpunkt bereits erzielter innerer Wert wird dem Inhaber gutgeschrieben - dieses Geld ist ihm sicher - und die gesamte Summe am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Vergleichen Sie dazu den ähnlichen Ladder-Optionsschein.

Hit-Optionsschein

Bei dieser Art von Optionsscheinen wird ein festgelegter Betrag an den Inhaber ausgezahlt, wenn der Basiswert innerhalb der Laufzeit eine bestimmte Barriere erreicht. Die Auszahlung kann entweder am Tag des Erreichens der Schwelle oder am Ende der Optionsscheinlaufzeit sein. Wird diese Barriere innerhalb der Laufzeit kein einziges Mal erreicht, wird nichts ausgezahlt. Der Optionsschein verfällt also wertlos.

Ladder-(Karabiner)-Optionsschein

Bei der Emission eines Ladder-(Karabiner)-Optionsscheins wird ein Basispreis festgelegt, doch dieser ändert sich im Laufe der Zeit. Und zwar nach folgendem Verfahren. Es gibt neben dem Basispreis fest definierte Kurse oder „Sprossen“, ähnlich einer Leiter (englisch Ladder - Leiter). Wenn der Kurs des zugrunde liegenden Wertes nun eine dieser Sprossen erreicht, dann wird der Basispreis auf dieser neuen Höhe festgelegt. Man hat also fortan einen Optionsschein mit neuem Basiswert. Gleichzeitig wird dem Inhaber die Differenz zwischen dem bisherigen Basispreis und dem „Sprossenwert“ gutgeschrieben. Diese Summe kann sofort oder auch erst am Ende der Laufzeit ausgezahlt werden. Auf jeden Fall ist ihm dieser einmal erzielte Betrag sicher. Der Ladder-Optionsschein ist so ähnlich konstruiert wie der Cliquet-Optionsschein.

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Lookback-Optionsscheine

Die Besonderheit bei Lookback-Optionsscheinen besteht darin, dass der Basispreis erst am Ende der Laufzeit oder zumindest erst nach einem bestimmten Teil der Laufzeit feststeht und vom Kursverlauf des Basiswertes abhängig ist. Beim Call wird der niedrigste Kurs des Basiswertes zum Basispreis, beim Put der höchste Kurs. Der innere Wert errechnet sich also aus der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts (am Laufzeitende) und dem niedrigsten (beim Call) bzw. höchsten (beim Put) Kurs, den der Basiswert während der Laufzeit erreicht hat.

Mini-Premium-Optionsscheine

Bei Mini-Premium-Optionsscheinen wird eine Kick-Out-Schwelle für den Basiswert definiert. Wenn der Kurs des Basiswertes diese Schwelle erreicht oder überschreitet, verfällt der Optionsschein sofort. Der Inhaber erhält dann einen vorher festgesetzten Betrag.

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Pay-Later-Optionsscheine

Bei Pay-Later-Optionsscheinen ist das Besondere, dass die Kaufprämie erst am Ende der Laufzeit bezahlt werden muss und dann auch nur, wenn der Optionsschein einen inneren Wert besitzt. Die Prämie ist allerdings relativ hoch. Pay-Later-Optionsscheine werden auch Contingent-Optionsschein genannt.

Range-Earn-Optionsscheine

Ein Range-Earn Schein ist eine exotische Optionsscheinform, die in der Regel auf Devisen-Kurse oder Indizes begeben wird. In den Optionsschein-Bedingungen ist eine Kursspanne (Range) vereinbart. Für jeden Tag (Handelstag oder Kalendertag), an dem der Bezugswert in dieser Spanne bleibt, erhält der Besitzer des Optionsscheines eine Auszahlung, die in den Optionsschein-Bedingungen festgelegt ist (zum Beispiel 20 Cent). Diese Auszahlung wird Teil des inneren Wertes des Scheins. Fällt der Kurs aus der Spanne, so findet keine Auszahlung statt. Ein Range-Earn Schein ist mit einem maximalen Auszahlungsbetrag versehen (zum Beispiel fünf Euro). Speziell bei einem späten Einstieg in einen Range-Earn-Schein ist es empfehlenswert sich zu informieren, wie viel des Kurses des Optionsschein auch tatsächlich als innerer Wert (garantierte Rückzahlung) vorliegt.

Range-Earn-Dual-Optionsscheine

Ein Dual-Range-Earn-Schein ist eine exotische Optionsscheinform, die in der Regel auf Devisen-Kurse oder Indizes begeben wird. In den Optionsschein-Bedingungen ist eine Kursspanne (Range) vereinbart. Für jeden Tag (Handelstag oder Kalendertag), an dem der Bezugswert in dieser Spanne bleibt, erhält der Besitzer des Optionsscheines eine Auszahlung, die in den Optionsschein-Bedingungen festgelegt ist (zum Beispiel zehn Cent). Fällt der Kurs aus der Spanne, so wird der gleiche Betrag jeden Tag abgezogen. Ein Range-Earn-Schein ist mit einem maximalen Auszahlungsbetrag versehen (zum Beispiel fünf Euro).

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Range-KO, EKO-Optionsscheine

Ein Range-KO- (auch EKO genannt) Schein ist eine exotische Optionsscheinform. In den Optionsschein-Bedingungen ist eine Kursspanne (Range) angegeben. Bleibt der Bezugskurs bis zum Ende der Laufzeit (europäische Ausübung) innerhalb dieser Range, so erhält der Besitzer des Optionsscheins eine festgelegte Rückzahlung. Fällt der Kurs aus der Range heraus, so verfällt der Schein wertlos (siehe auch: Sleepy).

Sleepy-Optionsscheine

Ein Sleepy-Schein ist eine exotische Optionsscheinform, die in der Regel auf Devisen-Kurse oder Indizes begeben wird. In den Optionsschein-Bedingungen ist eine Kursspanne (Range) angegeben. Bleibt der Bezugskurs bis zum Ende der Laufzeit (europäische Ausübung) innerhalb dieser Range, so erhält der Besitzer des Optionsscheines eine festgelegte Rückzahlung. Fällt der Kurs aus der Range heraus, so erhält der Besitzer eine Rückzahlung in Höhe des so genannten „Sleepy"-Betrages. Insofern ist der Sleepy ein Range-K.O.-Schein mit einem Sicherheitsnetz.

Power-Optionsscheine

Power-Optionsscheine sind eine exotische Optionsscheinform. Bei diesen Scheinen ist ein Schwellenwert vereinbart. Liegt der Bezugskurs über diesem Schwellenwert, so wird die positive Differenz dieser beiden Werte potenziert (in der Regel quadriert). So bewirkt eine Differenz von zum Beispiel drei Cent eine Auszahlung von neun Cent.

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Die maximale Höhe der Auszahlung ist begrenzt. Sollte beispielsweise diese Grenze bei fünf Cents liegen, so würden auch bei einer Differenz von sieben Cents nur 25 Cent ausgezahlt. In der Regel tritt in diesem Fall eine automatische Ausübung ein, das heißt erreicht der Differenz-Betrag den Wert von fünf Cent, so wird der maximale Betrag von 25 Cent ausgezahlt und der Schein erlischt. Ist die Differenz jedoch negativ, so verfällt der Schein am Ende der Laufzeit wertlos. Es werden Power-Calls und Power-Puts angeboten.

Quanto-Optionsscheine

Wird der Basiswert in einer anderen Währung als der Optionsschein notiert, gibt es so genannte Quanto-Optionsscheine (Quantity-Adjusting-Option), die den Einfluss der Währung ausschalten. Der Wechselkurs wird von den Emissionshäusern zu Beginn der Laufzeit des Optionsscheins fixiert. Der Anleger ist damit nicht nur vor dem Risiko einer fallenden Währung geschützt, sondern auch von der Chance einer steigenden Währung. Quanto-Konstruktionen finden sich besonders bei Optionsscheinen auf Rohstoffe wie Gold oder Platin, aber auch auf Indizes der Emerging Markets (Schwellenländer), deren Wertentwicklung häufig unter sehr schwankungsfreudigen Währungen leiden. Die Währungsabsicherung ist allerdings nicht umsonst zu haben. Die Preise der Quanto-Optionsscheine sind daher etwas höher als die der Standard-Optionsscheine.

Quattro-Optionsscheine

Bei dem Quattro-Optionsschein gibt es vier Basiswerte, für die jeweils eine eigene Bandbreite definiert ist. Verlässt einer der Basiswerte mit seinem aktuellen Kurs die jeweilige Bandbreite, so verfällt dieser. Die anderen Basiswerte bleiben davon unberührt. Wenn aber alle Basiswerte die Bandbreiten durchbrechen, ist der Optionsschein wertlos.

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Capped Options

„Capped Options“ können während der Laufzeit jederzeit ausgeübt werden. Erreicht der Kurs des Optionsscheins einen zuvor festgelegten Höchstbetrag (Cap-Betrag), so wird die Option automatisch ausgeübt und der Differenzbetrag ausgezahlt. Hierdurch wird der maximal erreichbare Gewinn eines Scheins beschränkt.

Quelle: @JüB
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