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Aktie im Blick

Varta in der Korrekturphase

Von Oliver Schmale
 - 17:43
Für Varta sind es bedeutende Zeiten.

Der Batteriehersteller Varta ist lange Zeit eine Lieblingsaktie vieler Anleger gewesen. Eine stark steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen trieb den Kurs des Anteilsscheins des im baden-württembergischen Ellwangen ansässigen Unternehmens im vergangenen Jahr raketenhaft nach oben. Der Preis verfünffachte sich. In der Folge stieg die Aktie in den M-Dax auf, den Index für mittelgroße Werte.

Doch nun kam es in den vergangenen Tagen zum Schwur. Der Kurs brach ein und die ganzen Gewinne seit Anfang September dahin. Der Grund: Analysten hatten festgestellt, dass Varta vermehrt mit Patentverstößen aus China rechnen müsse. Am Donnerstag stieg der Kurs bis zum Nachmittag aber um fast 8 Prozent bis auf 88,70 Euro an, nachdem der Mittelständler eine Ausweitung seiner Kapazitäten angekündigt hatte.

Ganz so einig, wie es mit dem Unternehmen weitergehen wird, sind sich die von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten aber nicht. In den sechs jüngsten Analysen sprechen sich jeweils zwei der Finanzfachleute dafür aus, den Anteilsschein entweder zu verkaufen oder zu kaufen. Die beiden anderen sind der Meinung, den Wert erst einmal im Depot zu belassen. Die Analysten prognostizierten in den nächsten zwölf Monaten durchschnittlich einen Kurs von bis zu 103,20 Euro.

Angst vor Plagiaten

Schnäppchenjäger nutzten die Kursverluste der vergangenen Tage, um sich günstig mit den Papieren einzudecken. Vartas wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterien werden in Hightech-Produkten für Endverbraucher eingesetzt, vor allem in den immer beliebteren kabellosen Kopfhörern. Gerade aber machen dem Mittelständler chinesische Konkurrenten das Leben schwer, weil diese mutmaßlich die Technik des deutschen Unternehmens nachahmen und die Mikrobatterien billiger anbieten.

In dieser Situation dürfte Konkurrenz aus Ländern mit niedrigen Kosten besonders stark auf die Profitabilität drücken und zugleich den Status als Monopolist im Zuliefergeschäft für Konzerne wie Samsung, Sony oder JBL ins Wanken bringen. Varta versucht aber, die chinesischen Plagiatoren juristisch zu stoppen, und gibt sich zuversichtlich, die steigende Nachfrage decken zu können.

Deshalb werden künftig noch mehr Batterien produziert als ursprünglich geplant. Jetzt soll die Produktionskapazität auf 200 Millionen Zellen jährlich wachsen, wobei die Erweiterung schon bis Ende 2021 umgesetzt werden soll. Bereits bis Mitte dieses Jahres will Varta in der Lage sein, mindestens 100 Millionen Zellen jährlich herzustellen. „Wir verzeichnen weiterhin einen enorm hohen Auftragsbestand“, sagte Finanzvorstand Steffen Munz. Die gesunde bilanzielle Situation erlaubt es, weiter stark zu investieren. Konkret sollen die beiden Hauptstandorte des baden-württembergischen Unternehmens für die Lithium-Ionen-Produktion wachsen. Insgesamt sollen 600 neue Arbeitsplätze in Deutschland entstehen.

Neue Zelle geplant

Nach Angaben einer Sprecherin wächst der Markt jährlich um rund 30 Prozent. Das deutsche Unternehmen setzt vor allem auf seinen Technologievorsprung gegenüber der ausländischen Konkurrenz. Mitte dieses Jahres wollen die Schwaben demnach eine Zelle einführen, die eine bis zu 15 Prozent höhere Energiedichte hat und bei der 1500 Lade- und Entladevollzyklen möglich sind.

Doch das Analysehaus Kepler Cheuvreux zeigte sich pessimistischer. Es nahm Varta mit „Reduzieren“ und einem Kursziel von 63 Euro in die Bewertung auf. Nach der Kursrally 2019 erschienen die Aktien des Batterieherstellers zu hoch bewertet, meint Analyst William Mackie. Anleger überschätzten auf dem aktuellen Kursniveau die langfristigen Wachstums- und Renditeperspektiven, während Risiken und die Kapitalintensität des Geschäfts unterschätzt würden. Sein Kursziel basiere auf seinen optimistischen Schätzungen, die noch höher seien als die des Unternehmens.

VARTA AG O.N.

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Varta ist gerade auch dabei, die Weichen bei der vor kurzem von Energizer zurückgekauften Verbrauchersparte neu zu stellen. Hier sollen bis Ende des Jahres 220 Stellen gestrichen werden. Das sei die Folge der Konzentration auf das Geschäft mit Haushaltsbatterien, die mit der Aufgabe von Dienstleistungen – etwa für Hausgeräte – für den ehemaligen Eigner Spectrum Brands verbunden sei, heißt es von Varta. Das Unternehmen verspricht sich zugleich von dem Zukauf einen verlässlichen Mittelzufluss, der in den Ausbau der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien gesteckt werden soll.

Varta ist seit Herbst 2017 wieder an der Börse. Der österreichische Investor Michael Tojner hält über seine Schweizer Holding Montana Tech über 58 Prozent der Anteile, der Streubesitz liegt bei knapp 42 Prozent. Seine Zahlen für 2019 will das Unternehmen Mitte Februar vorlegen. Die Commerzbank, die eine Herabstufung der Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ vornahm, aber das Kursziel bei 135 Euro auf einen Zeitraum von zwölf Monaten beließ, geht von einem guten vierten Quartal 2019 aus.

Quelle: F.A.Z.
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