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Aktienmarkt

Spekulationen um Deutsche Bank drücken Kurse

Aktualisiert am 31.01.2019
 - 14:06
Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse
Wie gewonnen, so zerronnen: Trotz der positiven Vorlage der Überseebörsen notiert der deutsche Aktienmarkt leichter. Vor allem neuerliche Fusionsgerüchte um Deutsche Bank und Commerzbank belasten.

Der Tag hatte am Aktienmarkt eigentlich gut begonnen. Um immerhin 1,3 Prozent war der 98 Werte enthaltende F.A.Z.-Index am Vormittag geklettert und hatte die Vorgaben der amerikanischen Börsen aufgegriffen. Diese hatten auf eine wieder etwas lockerere Tendenz der Geldpolitik reagiert und hatten knapp 2 Prozent fester geschlossen. Doch es sollte nicht sein: Mit 0,4 Prozent liegt der F.A.Z.-Index im Minus bei 2160 Punkten. Der Standardwerteindex Dax gibt leicht auf 11.173 Punkte nach.

Für Mollstimmung sorgte einmal mehr die Deutsche Bank: Einen Tag vor deren Jahreszahlen berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise, dass sich das Management offenbar zur Jahresmitte auf eine von der Bundesregierung orchestrierte Fusion mit der Commerzbank einstelle, sollte bis dahin keine Trendwende gelingen. Man befürchte, dass dies am Ende die einzige Option sein könnte. Sprecher der Banken wollten sich dazu nicht äußern.

Zuletzt hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass das von Olaf Scholz (SPD) geführte Finanzministerium eine Fusion der beiden Banken nachdrücklich unterstützt, um den Bankenstandort Deutschland zu stärken. Verdi-Chef Frank Bsirkse, der im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt, hatte allerdings zuletzt klar gemacht, dass es in dem Kontrollgremium niemanden gebe, der an einem Zusammenschluss der beiden Frankfurter Geldhäuser interessiert sei.

F.A.Z.-Index

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Auch viel Marktteilnehmer vertreten die Auffassung, dass eine solche Fusion sinnlos sei, weil die Banken dadurch nicht stärker würden. Michael Hünseler, Chef-Portfoliomanager für Anleihen beim Vermögensverwalter Assenagon bezeichnete die Fusion als Notlösung, die keine ökonomische Notwendigkeit sei.

Andererseits würde eine Fusion in das jahrzehntealte Muster deutscher Bankenpolitik passen, die auf Probleme von jeher mit - häufig von der Politik zumindest unterstützten - Fusionen reagierte, die auch nicht immer sinnvoll waren.

Dass die Kurse der beiden Bank-Aktien mit Abschlägen von mehr als 3 Prozent deutlich nachgeben, könnte zum einen am Charakter einer umstrittenen „Notnagel-Fusion“ liegen, die Ratlosigkeit zu suggerieren scheint. Zum anderen meinen einige Börsianer, der Hinweis auf eine „Notfallmaßnahme“ deute abermals schwache Geschäftszahlen der Deutschen Bank an.

DT. BANK

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Die Deutsche Bank dürfte im vierten Quartal, das durch eine zweitägige Großrazzia wegen Geldwäscheverdachts und schwere Turbulenzen an den Finanzmärkten gezeichnet war, einen Verlust geschrieben haben. Für das Gesamtjahr 2018 wird allerdings ein Gewinn erwartet - der erste nach drei Verlustjahren in Folge.

Nichtsdestoweniger nahmen in den vergangenen Tagen einige Analysehäuser ihre Kursziele für die Aktie der Deutschen Bank zurück, was durchaus auch eine Rolle im Kontext der Meldung von der „Notnagel-Fusion“ spielen dürfte. Gemeinsam ist den Analysen, dass alle davon ausgehen, dass die Deutsche Bank nicht einfach so weitermachen könne wie bisher. Die Schweizer Bank UBS gehört sogar zu denjenigen, die in einer Fusion mit der Commerzbank eine Option sehen.

Nach einem weiteren unbestätigten Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg bemüht sich die Deutsche Bank in China um eine Lizenz, die es ihr erlauben würde, ausländischen Unternehmen beim Zugang zum chinesischen Kapitalmarkt zu helfen. Darüber sollen Bundesfinanzminister Olaf Scholz und sein Staatssekretär Jörg Kukies kürzlich auch auf einer Reise nach China mit der Führung in Peking gesprochen haben. An dieser Stelle könnte sich auch der Kreis zu einer politisch gegebenenfalls gewünschten Fusion schließen.

COMMERZBANK

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Andere nicht positiv aufgenommene Nachrichten belasten die Marktstimmung. So kamen die teuren Pläne der Software AG, ihr Geschäft neu auszurichten, nicht gut an und sorgen für ein Kursminus von 6 Prozent.

Nokia blieb mit seiner Firmenbilanz hinter den Erwartungen zurück. Der finnische Netzwerkausrüster befürchtet einen schleppenden Start beim Aufbau der neuen 5G-Mobilfunktechnik und rechnet mit einem mauen ersten Halbjahr. Der Aktienkurs fiel um 3,7 Prozent.

Und auch der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever rechnet mit schwierigen Marktbedingungen. Er verfehlte die Umsatzerwartungen im vergangenen Quartal und so sinkt der Kurs um 3 Prozent.

Quelle: dpa
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