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Deutliche Kursrückgänge

An Chinas Aktienmarkt nimmt die Skepsis zu

Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai
 - 15:38

Wie reagieren chinesische Aktien auf die Verhandlungen über die Auseinandersetzung zwischen Amerika und China? Ein Blick auf die chinesischen Aktien zeigt, dass die Entwicklung im vergangenen Jahr zu wünschen übrig ließ. Am Schanghaier Aktienmarkt sank der Leitindex Shanghai Composite um 24 Prozent. In Shenzhen, wo traditionell viele Technologieaktien notiert sind, verlor der Index im zu Ende gegangenen Jahr um 32 Prozent. Verantwortlich gemacht wird naturgemäß der Handelsstreit zwischen Amerika und China, der für ein Gutteil der niedrigen Bewertungen gesorgt hat.

Anders als angenommen, hat die chinesische Regierung mehrere Milliarden Yuan in die Aktien gesteckt, um die Kurse zu stützen. Das sorgt für zusätzliche Zweifel an den weiteren Aussichten. Derzeit notiert die Währung sogar auf einem Zwölf-Monats-Hoch gegenüber dem Dollar. Die russische Notenbank hat im vergangenen Juni Reserven von 100 Milliarden Dollar abgestoßen. Und sich dafür unter anderem mit Yuan eingedeckt.

Die Frage ist, was mit Chinas Aktienmarkt passiert. Die Antwort der chinesischen Behörden ist bisher unaufgeregt ausgefallen. Teilweise wird mit Staatsgeld nachgeholfen, teilweise nicht. Eine Untersuchung des Gavekal-Dragonomics-Instituts ergab, dass im Jahr 2017 noch 203 oder 5,9 Prozent der an der Börse in Schanghai gehandelten Aktien einer Manipulation durch die Behörden unterlagen. Im vergangenen Jahr sank diese Ziffer auf 0,4 Prozent.

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Diese Ziffer ist interessant, weil der amerikanische Finanzdienstleister MSCI im März entscheiden wird, ob er chinesische Festlandsaktien weiter in seinem wichtigen Schwellenländerindex berücksichtigen wird und zu welchem Ausmaß. Angesichts der schlechten Kursentwicklung chinesischer Aktien im vergangenen Jahr ist eigentlich nicht damit zu rechnen, dass MSCI wie angekündigt die Gewichtung chinesischer Aktien von 5 auf 20 Prozent erhöht.

Allerdings ist nicht zu unterschätzen, dass Chinas Staat Zurückhaltung gezeigt hat. Dass nunmehr nur noch ein Bruchteil der Papiere von direkter Intervention betroffen gewesen seien, könne den für den Index zuständigen Finanzdienstleister MSCI milde stimmen, sind viele Beobachter überzeugt.

Quelle: F.A.Z.
Hendrik Ankenbrand
Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.
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