Kapitalmärkte unter Druck

Konjunktursorgen drücken auf die US-Börsen

09.05.2022
, 22:55
Schlechte Stimmung an der Wall Street in New York
Vor allem Technologieaktien büßten an Wert ein. Der Nasdaq verlor fast 5 Prozent an einem Tag. Die Anleger blicken mit Sorge auch auf die langfristigen Zinssätze.
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Enttäuschende Konjunkturdaten aus China und die Furcht vor schnell steigenden Zinsen haben die US-Börsen zum Wochenauftakt schwer belastet. Aus den Depots flogen vor allem Technologieaktien, was den Nasdaq-Index um 4,3 Prozent auf 11.623 Zähler absacken ließ. Der Dow Jones verlor zwei Prozent auf 32.246 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 3,2 Prozent auf 3991 Punkte ein und lag damit zum ersten Mal seit Ende März 2021 wieder unter der Marke von 4000.

„Die Angst ist so groß geworden, dass alles verkauft wird und das sprichwörtliche Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird“, sagte Christopher Grisanti, Chef-Aktienstratege bei MAI Capital Management. Mit Sorge blickten Anleger insbesondere auf die langfristigen Zinssätze. „Je höher sie steigen, desto mehr Angst haben sie vor einer Rezession oder einer Stagflation.“

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Nach einer Zinserhöhung der US-Notenbank Fed um einen halben Prozentpunkt in der vergangenen Woche erwarten viele Händler im Juni eine weitere Anhebung um 0,75 Prozentpunkte. „Die Besorgnis besteht darin, dass die Federal Reserve die Marktbedingungen und die Volatilität der Aktienmärkte im Wesentlichen ignorieren und mit den Zinserhöhungen fortfahren wird“, sagte Matt Stucky, Portfolio-Manager bei Northwestern Mutual Wealth Management.

Dollar profitiert als „sicherer Hafen

Vor diesem Hintergrund kletterte der Dollar-Index zeitweilig auf 104,19 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit Dezember 2002, gab dann später wieder etwas nach. Die Weltleitwährung profitierte im aktuell unsicheren Umfeld zudem von ihrem Image als „sicherer Hafen“, schrieben die Analysten der Barclays Bank. Mit sorgenvoller Miene hatten Anleger auf die Militärparade in Moskau zum Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland 1945 geblickt. Der russische Präsident Wladimir Putin warf bei einer Rede dem Westen vor, eine Invasion seines Landes vorzubereiten. Eine Generalmobilmachung oder den Einsatz neuer Waffensysteme kündigte er entgegen jüngsten Befürchtungen aber nicht an.

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Unter die Räder kam die Kryptowährung Bitcoin. Der Preis brach bis kurz vor Handelsschluss an der Wall Street um mehr als 15 Prozent auf 30.450 Dollar ein. Ethereum rutschte um mehr als 17 Prozent ab. „Die Investoren kehren in Anbetracht steigender Zinsen riskanten Anlageklassen den Rücken zu und halten Ausschau nach festverzinslichen Anlagealternativen“, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Beide Kryptowährungen erholten sich nach Börsenschluss etwas.

Tesla unter Druck

Zu den größten Verlierern gehörten Tesla, die gut neun Prozent absackten. Zulieferer Quanta, der Computerplatinen für den Elektroautobauer fertigt, kämpft mit steigenden Corona-Infektionszahlen in seiner Produktionsstätte in China. Dies setzt auch Apple zu. Der US-Konzern setzt für seine MacBooks auf Quanta. Apple-Aktien gaben 3,3 Prozent nach. Weitere Technologie-Aktien wie Microsoft, Amazon, Google-Eigentümer Alphabet und Meta büßten zwischen 2,8 und 5,2 Prozent ein.

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Ein Medienbericht über den Verkauf von Anteilen des Großinvestors Ford ließ Rivian um 20,1 Prozent einbrechen. Ford verkaufe acht Millionen seiner Rivian-Aktien, da die Haltefrist am Sonntag abgelaufen sei, berichtete der Sender CNBC am Wochenende. Refinitiv-Angaben zufolge war Ford mit einem Anteil von 11,4 Prozent der viertgrößte Aktionär von Rivian. Der Elektroautohersteller hat seine Produktionsziele für 2022 wegen Lieferketten-Problemen heruntergeschraubt.

Quelle: Reuters
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