Börsenwoche

Anleger warten gespannt auf Berichtssaison

Von Antonia Mannweiler
15.01.2021
, 16:12
Nach der Rekord-Rally in der vergangenen Woche hat sich die Börse in den vergangenen Tagen erst einmal in Wartestellung begeben. Marktteilnehmer blicken nun gespannt auf die anstehenden Geschäftszahlen wichtiger amerikanischer Unternehmen.

Es war die letzte volle Börsenwoche für Anleger mit Donald Trump als amerikanischem Präsidenten. Nächste Woche übernimmt Joe Biden die Amtsgeschäfte. Die Börse handelt aber die Zukunft, und dass der Demokrat in das Weiße Haus einzieht, hat sie schon lange eingepreist. Dass die Amtsübernahme immer näher rückt, beeindruckt die Märkte daher wenig.

Auch dass am Donnerstag von Biden angekündigte Konjunkturpaket in Höhe von 1,9 Billionen Dollar für die Vereinigten Staaten, sorgte für wenig Jubelstimmung an der Wall Street. Schließlich kursierte die Summe von 2 Billionen Dollar schon länger. Nach der Rekord-Rally in der vergangenen Woche hat sich die Börse in den vergangenen Tagen erst einmal in Wartestellung begeben. Auf Wochensicht notieren die großen amerikanischen Indizes leicht im Minus.

Gespannter blicken Marktteilnehmer dagegen auf die anstehende Berichtssaison in Amerika. Fallen die Ergebnisse der Konzerne besser aus als von Analysten erwartet, könnte das für neuen Schwung an den Märkten sorgen. Den Auftakt dazu machen die amerikanischen Großbanken Citigroup, JP Morgan und Wells Fargo.

Auch in Europa steht vor vielen großen Indizes zum Wochenschluss ein Minus, da sich die Pandemie in vielen Regionen weiter zuspitzt. Während die Börsen früh die Erfolge der Impfstoffhersteller und ein jähes Ende der Corona-Krise feierten, setzt sich allmählich die Erkenntnis durch, dass die Pandemie vermutlich noch länger wüten wird als erhofft – mit tieferen Einschnitten für die Wirtschaft. Die Leitindizes in Großbritannien, Frankreich und Spanien gaben in der Woche um bis zu 1,8 Prozent nach.

In Deutschland konnte der Dax die Rekordmarke von 14.000 Punkten, die er in der vergangenen Woche erstmals erreichte, bis zum Ende in dieser Woche nicht verteidigen. Am Spätnachmittag notierte der deutsche Leitindex um 1,2 Prozent tiefer bei 13.817 Punkten. Und die Aussichten bleiben weiter trübe. Ein Treffen zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs wurde auf kommenden Dienstag vorverlegt. Dabei wird mit schärferen Maßnahmen zur Eindämmung der Krise gerechnet.

Nach China blicken Marktteilnehmer mit gemischten Gefühlen. Positive Exportzahlen aus der Volksrepublik gaben in dieser Woche vor allem den Aktienkursen deutscher Autohersteller Auftrieb. Die Titel von Volkswagen legten zeitweise um bis zu 4 Prozent zu. Gleichzeitig kam es in der chinesischen Provinz Hebei zu einem der größten Corona-Ausbrüche seit Monaten. Eine zweite Welle könnte auch die Stimmung an den heimischen Märkten weiter dämpfen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mannweiler, Antonia
Antonia Mannweiler
Redakteurin in der Wirtschaft.
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