Die Börsenwoche

Die positive Berichtssaison ist eingepreist

Von Philipp Krohn
15.10.2021
, 19:58
Der Kurs von SAP-Vorstandssprecher Christian Klein wird von den Investoren honoriert.
In der vergangenen Woche hat der Kurs der SAP-Aktie deutlich zugelegt. Unternehmensnachrichten setzen an den Finanzmärkten einen positiven Gegenakzent zu den hohen Rohstoff- und Energiekosten.
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Die Aktie des Softwareherstellers und Cloud-Dienstleisters SAP hat in der vergangenen Woche zugelegt. Während ihr Kurs in den ersten Handelstagen noch zwischen 116 und 118 Euro pendelte, stieg dieser nach einer Ad-hoc-Mitteilung am Mittwoch schlagartig an. Zwar fiel das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr im dritten Quartal um 15 Prozent. Eingerechnet waren aber Gewinnausschüttungen an erfolgreiche Mitarbeiter, die für ihren Einsatz belohnt wurden. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern lag um 2 Prozent höher, das war auch für Analysten eine Überraschung, die das Unternehmen eng begleiten. Vor allem das Cloudgeschäft läuft.

Seither bewegt sich der Kurs aufwärts – zuletzt oberhalb von 125 Euro, also wieder etwa in den Werten von Juli und August, als der Höchststand von etwas mehr als 140 Euro gar nicht mehr so weit weg lag. In einer Woche ist das Dax-Schwergewicht um mehr als 6 Prozent teurer geworden. Solche Unternehmensnachrichten können einen Akzent setzen in einer Zeit, in der eine gewisse Unsicherheit an den Märkten zu verspüren ist. Die erste Wochenhälfte war von Diskussionen über steigende Preise geprägt. Zurzeit stehen die Energiekosten im Vordergrund, der Preis für ein Barrel Rohöl der Marke Brent erreichte 84 Euro. Und unter den Händlern herrscht derzeit die Sorge, dass die Inflation hartnäckiger sein könnte als zunächst befürchtet.

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Die Weltwirtschaft ist durch die Pandemie recht robust hindurchgekommen, aber an allen Ecken und Enden sind Lieferengpässe und Preissteigerungen zu beobachten. Viele Unternehmen können so ihre Produktionsziele nicht erreichen. In der zweiten Wochenhälfte dagegen überwogen die optimistischeren Stimmen, die äußerten, die Preisentwicklung und auch ein Kurswechsel in der US-amerikanischen Geldpolitik seien schon eingepreist.
Aber – und damit kehren wir zum Ausgangspunkt mit SAP zurück – viele Unternehmensausblicke sehen durchaus positiv aus.

Und die Volatilitätsindizes, die Schwankungen an den Aktienmärkten dokumentieren, sind derzeit niedrig. Die Kurse an den europäischen Börsen stiegen von Mittwoch an wieder größtenteils. Die fundamentalen Störfaktoren wie die hohen Rohstoffkosten bleiben also, aber je genauer die Unternehmen gerade einen Einblick in ihre Geschäftssituation zulassen, desto mehr freuen sich die Investoren. Inzwischen ist neben einer eingepreisten Inflation auch von einer eingepreisten positiven Berichtssaison die Rede.

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Quelle: F.A.Z.
Philipp Krohn  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Philipp Krohn
Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.
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