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Geldwäsche im Baltikum

Auch die schwedische Bank SEB ist in einen Geldwäscheskandal verstrickt

Von Hanno Mußler
Aktualisiert am 02.12.2019
 - 07:20
Die SEB in der estnischen Hauptstadt Tallinn
Der Fall „Danske-Bank“ zieht Kreise. Auch über die Konten anderer nordeuropäischer Banken im Baltikum liefen dubiose Überweisungen. Spuren weisen nach Russland.

Die seit der EU-Osterweiterung im Mai 2004 stark in die baltischen Republiken Estland und Lettland expandierenden nordeuropäischen Banken bekommen vor Ort die Geldwäschebekämpfung nicht in den Griff. Jetzt rückt auch die in Deutschland aktive schwedische Bank SEB in einen weitreichenden Skandal.

Die Nachrichtenagentur TT und der Sender SVT berichteten, dass über baltische Konten der SEB zweifelhafte Überweisungen im Wert von 45 Millionen Euro abgewickelt worden seien. Sie seien von Unternehmen mit Verbindungen zu suspekten Geldflüssen aus Russland veranlasst worden. Demnach hätten 25 SEB-Kunden Transaktionen mit 18 Unternehmen ausgeführt, die mit der „Magnizki-Affäre“ in Verbindung stehen. Dieser Name geht zurück auf den russischen Wirtschaftsprüfer Sergej Magnizki, der 2008 mutmaßlichen Steuerbetrug russischer Staatsdiener öffentlich machte und dann selbst wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung festgenommen wurde. Er starb vor zehn Jahren in russischer Haft.

Die SEB ist bei weitem nicht die erste Bank aus Skandinavien, die in den Geldwäsche-Skandal verwickelt ist. Ausgangspunkt der Untersuchungen sind Geschäfte der dänischen Danske Bank in Estland. Gegen Danske, zu der im kommenden Jahr der bisherige Finanzvorstand der Commerzbank Stephan Engels wechselt, wird in mehreren Ländern ermittelt. Auch die schwedische Swedbank sowie die finnische Nordea sind in den Skandal verstrickt.

Eine von Danske in Auftrag gegebene Untersuchung ergab im Oktober 2018, dass ein „großer Teil“ der in Estland erfolgten Transaktionen zwischen 2007 und 2015 „verdächtig“ gewesen seien. Die SEB erklärte damals, es sei unwahrscheinlich, dass sie auch davon betroffen sei, weil sie hauptsächlich Geschäfte einheimischer Kunden abwickle. Auf Medienanfragen erklärte die schwedische Bank, dass im Estland-Geschäft die Zahl der nicht in dem Land ansässigen Kunden zwischen 2005 und 2018 deutlich gesunken sei. Von „Niedrig-Transparenz-Kunden“ seien damals Transaktionen mit einem Volumen von umgerechnet 26 Milliarden Euro vorgenommen worden. Eine eigene Untersuchung habe aber nicht ergeben, dass die SEB „systematisch“ für Geldwäsche genutzt worden sei.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es im letzten Absatz, dass im Estland-Geschäft der SEB die Zahl der nicht in dem Land ansässigen Kunden zwischen 2005 und 2018 deutlich gewachsen sei. Dies trifft nicht zu. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Hanno
Hanno Mußler
Redakteur in der Wirtschaft.
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