Vorstand ausgetauscht

Der starke Mann der Commerzbank greift durch

EIN KOMMENTAR Von Hanno Mußler
28.11.2020
, 10:19
Hans-Jörg Vetter hat sich in einer wichtigen Personalie durchgesetzt. Die Richtung ist klar.

Der Abgang von Firmenkundenvorstand Roland Boekhout in der Commerzbank hat sich abgezeichnet. In lobenswerter Offenheit verschweigen Aufsichtsrat und Boekhout nun nicht länger, dass strategische Differenzen sie trennen – und nicht etwa die Wahl von Manfred Knof zum neuen Commerzbank-Chef, auch wenn diese in Teilen der Belegschaft auch als Affront gegen Boekhout gewertet wird.

Kommt doch Knof „nur“ aus der zweiten Reihe der Deutschen Bank, während Boekhout als langjähriger Deutschland-Chef und Konzernvorstand der holländischen Bank ING durchaus für höchste Weihen in der Commerzbank geeignet erschien. Doch ihr neuer starker Mann Hans-Jörg Vetter greift als Aufsichtsratschef ungewohnt stark ins operative Geschäft ein.

Tatsächlich muss der Niedergang der Commerzbank entschlossen bekämpft werden. Welcher Weg zu beschreiten ist, darüber lässt sich streiten.

Doch klar erscheint: Die Commerzbank ist ein Sanierungsfall. Weggefährten des zu lange zaudernden, nur noch bis Ende Dezember amtierenden Vorstandschefs Martin Zielke sind für Vetter selten vertrauenswürdig. Die Berufung des neuen Firmenkundenvorstandes Michael Kotzbauer, ein Eigengewächs der Bank, markiert hier nicht mehr als einen seltenen Kontrapunkt.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Mussler, Hanno
Hanno Mußler
Redakteur in der Wirtschaft.
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