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FAZ plus ArtikelEuropäische Zentralbank

Die wahren Gründe der Nullzinsen

Von Christian Siedenbiedel
 - 13:29
Die Zentrale der Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main.

Sie gehört zu den ebenso spannenden wie umstrittenen Fragen: Warum sind die Zinsen derzeit so außergewöhnlich niedrig? Philip Lane, seit Juni Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), hat sich in der vergangenen Woche in einer Dinnerrede in Dublin bei der „National Treasury Management Agency“, der irischen Schuldenverwaltung, dazu geäußert. Lane nannte vor allem drei Gründe, warum die Realzinsen, also die Zinsen nach Abzug der Inflation, in der Eurozone schon seit längerem sehr niedrig und zum Teil auch negativ seien. Ein Grund sei das sinkende Potentialwachstum in den Industrieländern; hinzu kämen demographische Trends, und nicht zuletzt spiele eine Verschiebung in den Portfolios der Finanzmarktteilnehmer zugunsten von sicheren Anlagen eine Rolle.

Was ist damit gemeint? Lane führte aus, das sinkende Niveau der Realzinsen könne man an den Renditen der Staatsanleihen beobachten, von denen sich viele andere Zinsen durch Risikoaufschläge ableiteten. Die reale Rendite der Staatsanleihen aber sei seit den achtziger Jahren kontinuierlich gesunken, bis auf ein historisch niedriges Niveau. Betrachte man die siebziger Jahre, so seien die Realzinsen rückblickend auch sehr tief gewesen, allerdings wegen der hohen Inflation. Im Gegensatz dazu seien die aktuellen niedrigen Realzinsen vor allem durch niedrige nominale Zinsen bedingt, bei einer zugleich niedrigen und stabilen Inflation. Die letzte Schätzung für die Inflation in der Eurozone lag am Freitag bei 1 Prozent für November, nach 0,7 Prozent im Oktober und 0,8 Prozent im September.

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Quelle: F.A.Z.
Christian Siedenbiedel - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Christian Siedenbiedel
Redakteur in der Wirtschaft.
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