Kein Kopfstand nötig

Der Dax mal falsch herum

EIN KOMMENTAR Von Gregor Brunner
30.06.2022
, 17:29
Für den findigen Börsianer kein Problem: Fallende Kurse
Fallende Kurse sind eigentlich nichts gutes – oder? An der Börse gibt es glücklicherweise genügend schlaue Köpfe, die diese Annahme Lügen strafen.
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An den Börsen steppt der Bär. Typischerweise ist das aber kein Grund zum Feiern, sondern bedeutet allseits fallende Kurse. Der findige Börsianer wäre kein solcher, hätte er nicht ein Mittel, um daraus nicht auch Profit zu schlagen. Das klassische Mittel: der Leerverkauf. Der Verkäufer leiht sich eine Aktie, verkauft diese und kauft sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder, um sie an den Verleiher zurückzugeben – im besten Falle günstiger als zu dem Zeitpunkt, an dem er die geliehene Aktie verkauft hat. Mit der Differenz ist Geld verdient.

Steigt der Kurs der Aktie in der Zwischenzeit, sieht es hingegen schlecht aus. Es drohen gar unendlich hohe Verluste. Für den findigen und zugleich modernen Börsianer ist das natürlich nichts. Er greift lieber zum Mittel der Stunde, den passiven Indexfonds (ETF). Wie gut, dass zum Beispiel die Deutsche Börse den Short Dax berechnet, einen Index, der die inverse Entwicklung des Dax abbildet, um Anlegern im Falle eines Bärenmarktes den Kopfstand zu ersparen.

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Seit Jahresanfang hat dieser immerhin gut 20 Prozent gewonnen. Und selbstverständlich gibt es von einigen Anbietern hierzu die passenden ETF, die etwa mithilfe von Index-Swaps die Entwicklung des Short Dax abbilden und so den Profit an fallenden Kursen in sichere Fonds-Form gießen können.

Wie gesagt, das mag etwas für findige Börsianer sein. Alle anderen sind wohl besser beraten, den Bären sich aussteppen zu lassen, um dann mit weniger windigen Konstruktionen an die Märkte zurückzukehren.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Brunner, Gregor
Gregor Brunner
Redakteur in der Wirtschaft.
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