<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Technische Analyse

Diese europäischen Aktien sind interessant

Von Achim Matzke
 - 08:41

Im neuen Jahr sollte es aufgrund der ansprechend laufenden Weltkonjunktur, der erwarteten Anhebung der amerikanischen Leitzinsen und der Diskussion um die Drosselung der Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) nicht überraschen, wenn es auf beiden Seiten des Atlantiks zu leicht steigenden Anleiherenditen kommt. Demgegenüber deutet sich aus technischer Sicht – zumindest für die erste Jahreshälfte 2018 – eine Fortsetzung der Hausse an Europas Aktienmärkten an.

Als Resultat bleibt auch 2018 eine technisch motivierte, konservative Strategie an den Euroaktienmärkten von Interesse. Bei dieser Anlagestrategie wird ein gleichgewichteter Aktienkorb aus Euro-Stoxx-50-Titeln erstellt, welcher die Kombination aus einer attraktiv erwarteten Dividendenrendite und einer attraktiven technischen Gesamtlage bietet. Das schon in früheren Jahren zur Auswahl verwendete Selektionsverfahren liefert diesmal einen insgesamt im Vergleich zu den Vorjahren etwas defensiveren technischen Aktienkorb aus Axa (Sicherungsstopp: 19,80 Euro), BMW (63,00 Euro), Daimler (58,00 Euro), Deutsche Telekom (13,20 Euro), Eni (11,50 Euro), ING (12,00 Euro) und Schneider Electric (53,00 Euro).

Die konservative Strategie für 2017 umfasste einen gleichgewichteten Aktienkorb aus Allianz, BBVA, BMW, ING, Schneider Electric, Siemens und Total. Innerhalb des Anlagezeitraums 9. Januar 2017 bis 10. Januar 2018 hat der Euro-Stoxx-50-Performance-Index, in dem die um die länderbezogenen Steuersätze reduzierten Dividendenzahlungen der Indexmitglieder anteilig in Index-Kurssteigerungen umgerechnet werden, einen Kursanstieg von 12 Prozent erzielt. In diesem Zeitraum hat ein Investor mit der konservativen Strategie 2017 einen Kursgewinn von 12,45 Prozent erreicht, wobei die im Laufe des Jahres erhaltenen Dividendenzahlungen ebenfalls jeweils um die anfallende Steuer reduziert wurden.

Jeder Titel erhält strategischen Sicherungsstopp

Im Vergleich hat der „Iboxx Euro Germany Sovereign Overall Total Return Index“ (kurz: Iboxx Germany) – ein Rentenperformance-Index, der repräsentativ für die Zinskurve von deutschen Staatsanleihen steht und als Repräsentant für eine „Kaufen-und-Halten-Strategie“ am deutschen Anleihemarkt gilt – eine Kursentwicklung von minus 0,65 Prozent hinnehmen müssen. Summiert man die seit Anfang 2005 vorgestellten Aktienkörbe mit dem jeweiligen, zum Jahreswechsel vorgenommenen Tausch auf, so ergibt sich ein Gesamtkursanstieg von 155,9 Prozent. Der Euro-Stoxx-50-Performance-Index als Repräsentant für eine „Kaufen-und-Halten-Strategie“ bei Standardaktienindizes hat einen Kursanstieg von 79,0 Prozent geliefert. Eine Anlage im Iboxx Germany hätte in diesem Anlagezeitraum 57,6 Prozent erreicht. Damit hat sich im Jahr 2017 der Vorsprung der auf der Technischen Analyse beruhenden Dividendenstrategie gegenüber der Anlage in deutsche Staatsanleihen abermals sehr deutlich ausgeweitet.

Für die Auswahl der Titel für den Aktienkorb 2018 bleibt es bei dem schon mehrfach verwendeten Selektionsverfahren. Erstens soll die Aktie im Euro Stoxx 50 enthalten sein und aktuell nicht zu den potentiellen Index-Entnahmekandidaten für die reguläre, jährliche Indexanpassung im September 2018 gehören. Zweitens sollte die erwartete Dividendenrendite über 3,0 Prozent (deutlich oberhalb der Zinskurven von deutschen und vielen anderen Eurostaatsanleihen) liegen. Drittens sollten die Titel ein attraktives technisches Gesamtbild aufweisen, so dass die Chance auf eine Eigendynamik bei der Kursentwicklung des Titels besteht. Viertens sollten die Aktien nicht nur aus einem Sektor beziehungsweise aus einem Land stammen („Diversifikation“). Fünftens wird ein Risikomanagement vorgenommen.

Die digitale F.A.Z. PLUS
F.A.Z. Edition

Die digitale Ausgabe der F.A.Z., für alle Endgeräte optimiert und um multimediale Inhalte angereichert

Mehr erfahren

Jeder Titel erhält einen strategischen Sicherungsstopp, der sich im Laufe des Jahres jeweils um den Betrag der gezahlten Dividenden beziehungsweise eventuell um die Auswirkungen einer Kapitalmaßnahme verringert. Fällt die Aktie unter diesen Sicherungsstopp, wird die Position automatisch geschlossen. Durch dieses Risikomanagement soll das Investment in den Aktienkorb gegen eine unerwartet einsetzende Baisse sowohl der Titel als auch am Gesamtmarkt geschützt werden. Sechstens werden Barmittel (zum Beispiel die um die Steuer reduzierten Dividendenzahlungen) bis zum Dezember 2018 als „Cash-Position“ gehalten.

Axa mit attraktiver Dividendenrendite

Der französische Versicherungskonzern Axa befindet sich aus technischer Sicht erst seit dem Jahreswechsel 2011/2012 und dem Kurstief von 7,90 Euro (September 2011) in einer moderaten Hausse-Bewegung. Diese wird von einem zentralen Hausse-Trend, der aktuell bei 20,00 Euro liegt, begrenzt. Innerhalb dieses übergeordneten Trends hat die Aktie seit Mitte 2015 deutlich an mittelfristiger Aufwärtsdynamik verloren. Als Konsequenz war die beschleunigte Aufwärtsdynamik der Jahre 2011 bis 2015 mit einem Kursanstieg von 7,90 Euro bis auf 26,00 Euro (neue Widerstandszone) von einer mittelfristigen Seitwärtspendelbewegung abgelöst worden. Hierbei kam es von Ende 2015 bis Mitte 2016 zu einer technischen Korrektur und einem Kursrückgang bis auf 16,10 Euro (neue Unterstützungszone). Seitdem liegt wieder ein kurzfristiger Aufwärtstrend vor, der die Aktie von Mitte 2016 bis Mitte 2017 abermals an die Widerstandszone um 26,00 Euro geführt hat.

Seit einem halben Jahr befindet sich Axa in einem Trading-Markt (mit einem positiven Grundton) unterhalb dieser Widerstandszone. Insgesamt weist der bisherige Kursverlauf (seit dem Jahr 2015) unterhalb der Widerstandszone einen mittelfristig trendbestätigenden Charakter nach oben auf. Deshalb sollte es nicht überraschen, wenn sich Axa in den kommenden Wochen mit einem neuen Investment-Kaufsignal (nachhaltiger Sprung über die Widerstandszone) nach oben absetzt. Hierdurch sollte sich ein weiteres technisches Kurspotential bis in den Bereich von 28,00 bis 28,50 Euro andeuten. Hinzu kommt bei Axa eine erwartete Brutto-Jahresdividendenrendite von knapp 4,5 Prozent. Da die Aktie insgesamt die gesuchte Kombination aus attraktiver technischer Gesamtlage und attraktiver Dividendenrendite bietet, wird der Titel in den Aktienkorb für die konservative Strategie 2018 aufgenommen. Der strategische Sicherungsstopp für die Axa-Position sollte bei 19,80 Euro liegen.

BMW mit Potenzial

Die Stammaktien des Automobilkonzerns BMW sind im Euro Stoxx 50 vertreten. Bei dieser Aktie besteht aus technischer Sicht die Kursentwicklung seit Oktober 2008 und dem Startniveau um 16,00 Euro aus zwei technischen Phasen. Zuerst die feine Hausse-Bewegung, die den Kurs in einem idealtypischen Wechselspiel von Kaufsignalen, mittelfristigen Aufwärtstrends und trendbestätigenden Konsolidierungen bis zum März 2015 auf das neue Allzeithoch um 123,70 Euro (neue Widerstandszone) geführt hatte. Dieser Bereich stellt jetzt eine mittelfristige Widerstandszone dar. Aus übergeordneter technischer Sicht befindet sich BMW seitdem in einer schwankungsintensiven Seitwärtspendelbewegung. Zuerst kam es von März 2015 bis Juli 2016 mit einem Kursrückgang bis 63,40 Euro zu einer kräftigen technischen Zwischenbaisse, ohne dass der übergeordnete technische Hausse-Zyklus aber bereits beendet ist.

In den letzten Monaten bewegte sich BMW in einem Trading-Markt unterhalb der Widerstandszone von 90,00 bis 92,00 Euro. Hierdurch lag auch eine relative Schwäche gegenüber den wichtigen europäischen Aktienindizes in 2017 vor. Aktuell arbeitet BMW an einem technischen Ausbruch (nachhaltiger Sprung über die Widerstandszone) nach oben. Ein neues Investment-Kaufsignal signalisiert ein Kurspotential der BMW-Aktie bis deutlich oberhalb von 100,00 Euro. Mit Blick auf 2018 erwartet der Markt eine (Brutto-)Dividendenrendite von 3,8 Prozent. Als Konsequenz bieten auch die BMW-Stammaktien die Kombination aus einer attraktiven Dividendenrendite und einem attraktiven technischen Chance/Risiko-Verhältnis. Damit wird auch dieser Titel in den Aktienkorb für die konservative Strategie 2018 aufgenommen, wobei der Sicherungsstopp bei 65,00 Euro festgesetzt wird.

Der Autor leitet in der Commerzbank den Bereich Technische Analyse & Index Research.

Quelle: F.A.Z.
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenBMWEZBGeldanlageDaimlerDeutsche TelekomENIBBVASiemens