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Inflation in der Türkei

Erdogan will „Opportunisten“ für Preiserhöhungen bestrafen

 - 16:58

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht denjenigen mit Strafen, die in der derzeitigen Inflation ihre Preise stark anheben. „Wir werden unser Volk nicht der Gnade von Opportunisten ausliefern“, sagte Erdogan am Samstag in Ankara vor Mitgliedern seiner regierenden islamisch-konservativen Partei AKP. Die Türkei werde die notwendigen Strafen innerhalb der Regeln des freien Marktes verhängen.

Schon am Dienstag hatte Erdogan seine Landsleute aufgefordert, Geschäfte zu melden, die im Zuge des Verfalls der Lira die Preise auffallend kräftig angehoben haben. Die Behörden würden notfalls Razzien vornehmen, hatte Erdogan gesagt.

Fast 25 Prozent Inflation

Der Verfall der Landeswährung hat die Inflationsrate auf den höchsten Stand seit 15 Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen laut Statistikamt im September um 24,52 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Allein von August auf September erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um 6,3 Prozent und damit viel stärker als von Volkswirten vorausgesagt.

Die Lira hat gegenüber dem Dollar seit Jahresbeginn rund 40 Prozent an Wert verloren, wodurch die Importe deutlich teurer wurden. Daran haben auch die Sanktionen einen Anteil, welche die Türkei und die Vereinigten Staaten wegen des Festhaltens eines amerikanischen Pastors in der Türkei gegeneinander verhängt haben.

Keine Hilfe von McKinsey

Erdogan sagte in Ankara, es gebe keine Wirtschaftskrise, es handele sich nur um Manipulationen. Die Türkei sei offen für jede Form von Investitionen und Unterstützung, habe aber kein Land um finanzielle Mittel gebeten. Deshalb werde die Türkei auch nicht mit der amerikanischen Wirtschaftsberatung McKinsey zusammenarbeiten.Der türkische Finanzminister und Schwiegersohn von Erdogan, Berat Albayrak, hatte angekündigt, dass McKinsey die Behörde für das angekündigte dreijährige Wirtschaftsprogramm beraten soll, wie die F.A.Z. berichtet hatte.

Nun sagte Erdogan allerdings: „Ich habe zu allen meinen Ministerfreunden gesagt: „Du wirst von ihnen keine intellektuelle Beratung erhalten. Das ist nicht nötig. Wir helfen uns selbst.“ Erdogan sprach am Samstag bei einer Sitzung seiner Regierungspartei AKP nahe Ankara. „Solange ich lebe, wird niemand in der Lage sein, die Türkei unter das Joch internationaler Institutionen zu stellen“, sagte er weiter.

Mitte September hob die türkische Notenbank gegen den Willen Erdogans den Leitzins stark an, um gegen die hohe Teuerung und die Lira-Schwäche anzukämpfen. Albayrak hatte angekündigt, die Inflation bis 2021 schrittweise auf 6 Prozent senken zu wollen. Konkrete Maßnahmen dafür nannte er aber nicht.

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Quelle: bth./Reuters/dpa
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