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FAZ plus ArtikelSamwers Investmentbanker

Was taugt die Teamviewer-Aktie?

Von Dennis Kremer und Georg Meck
 - 07:37
Peter Kimpel: Bei Rocket Internet hatte er es mit Oliver Samwer zu tun, jetzt mischt er beim Börsengang von Teamviewer mit.

Die zweite Hälfte der Neunziger Jahre war eine wilde Zeit. Alle redeten schon vom Internet, ohne zu wissen, wie sehr es die Welt verändern würde. Keiner wollte abwarten, sondern jeder mit seiner Geschäftsidee der Erste sein. Für Investmentbanker, die ihr Geld unter anderem damit verdienen, Unternehmen beim Gang an die Börse zu helfen, waren das großartige Bedingungen:

Denn jeder wollte damals an die Börse. Und die Investoren waren bereit, selbst abwegige Geschäftsideen zu finanzieren. Wer wusste schon, ob man damit nicht irgendwann einmal das große Geld machen würde?

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Der Börsengang von Teamviewer

Das Geschäftsmodell: Teamviewer mit Sitz in Göppingen entwickelt Software, die es ermöglicht, auf Computer, Mobilgeräte und Maschinen aus der Ferne zuzugreifen: um sie zu steuern, zu warten oder um Probleme zu beseitigen. Für private Nutzer kostet die Software nichts, Unternehmen zahlen dafür viel Geld. Laut Teamviewer war die Software 2018 auf 340 Millionen Geräten aktiv. 360 000 Kunden zahlen für ein Service-Abo.

Der Termin: Der Börsengang ist für den heutigen Mittwoch geplant. Anleger konnten die Aktie (ISIN: DE000A2YN900) seit vorigem Donnerstag und noch bis zu Dienstag zeichnen. Doch war die Nachfrage so groß, dass die Chance auf Zuteilung für Privatanleger äußerst gering ist.

Der Ausgabepreis: Die Preisspanne für die maximal 84 Millionen Aktien liegt zwischen 23,50 Euro und 27,50 Euro. Je nach Einstandskurs wäre Teamviewer zwischen 4,7 und 5,5 Milliarden Euro wert. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 60 ist die Aktie im Branchenvergleich teuer.

Der Eigentümer: Der britische Finanzinvestor Permira hat Teamviewer 2014 für 870 Millionen Euro gekauft. Ganz zurückziehen wollen sich die Briten nicht, sondern sich höchstens von 42 Prozent der Anteile trennen.

Der Erlös: Den Erlös von bis zu 2,3 Milliarden Euro wird ausschließlich Permira bekommen. Teamviewer erhält nichts, sondern muss aus eigener Kraft Innovationen und Wachstum vorantreiben.

Die Risiken: Teamviewer muss mehr zahlende Abo-Kunden gewinnen oder neue Produkte verkaufen. Hacker sind eine stete Gefahr, eine Attacke hat die Firma schon hinter sich. Und wenn Internet oder Mobilnetz lahmliegen, geht wenig für Teamviewer.

Die Bilanz: Zwischen 2016 und 2018 hat die Firma ihre Erlöse auf 260 Millionen Euro fast verdreifacht. Doch hat sie auch jedes Jahr Verlust gemacht. 2019 soll der Umsatz auf 320 Millionen Euro steigen, im ersten Halbjahr steht ein Gewinn von 46 Millionen Euro zu Buche. Die Brutto-Gewinnmarge liegt bei beachtlichen 52 Prozent. Die Nettoverschuldung ist hoch.

Die Konkurrenz: Der Markt ist stark fragmentiert, der Wettbewerb intensiv. Beim IT-Support konkurriert Teamviewer unter anderem mit Citrix, bei Videokonferenzen mit Slack und Zoom. Vernetzte Dienste bieten auch Tech-Riesen wie Microsoft, Apple und Salesforce.

Ein Fazit: Das Unternehmen verspricht ein starkes Wachstum. Allerdings ist die Aktie teuer, die Bewertung sehr hoch. Mutige Privatanleger können die nächstbeste Gelegenheit zum Einstieg nutzen.

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Kremer, Dennis
Dennis Kremer
Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Georg Meck - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Georg Meck
Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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